Berlin : "Bloody Beginners Filmfestival" - Bewerbungsfilme der Filmhochschule

Martin Schlögl

In den letzten Tagen war häufig genug von Filmen und Filmemachern die Rede, Berlinale sei Dank. Aber auch ein Wim Wenders oder ein Paul Thomas Anderson, dessen Film "Magnolia" mit dem golden Bären ausgezeichnet wurde, standen zu Beginn ihrer Karriere vor einer mindestens ebenso schwierigen Aufgabe, wie einen preiswürdigen Film zu drehen: der Aufnahmeprüfung an einer Filmhochschule. An der Berliner DFFB (Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin) beispielsweise bewerben sich jährlich 700-800 Nachwuchskünstler/innen - aber nur 12 glückliche erhalten einen Studienplatz.

Das wichtigste Kriterium für die Aufnahme an einer Filmhochschule ist die Produktion eines Kurzfilmes. Im November/Dezember jeden Jahres wird das Motto der aktuellen Bewerbung bekannt gegeben. Von da ab haben alle Teilnehmer zwei Monate Zeit, ihre maximal 10 Minuten auf 35 mm, Video oder Super-8 zu bannen. Das "Bloody Beginners Filmfestival", das heute in der Camera Kino/Tacheles stattfindet, versammelt 20 dieser Kurzfilme zu einer Werkschau der diesjährigen Bewerbung, die unter dem Motto "Obsessionen" stand.

Das Festival gibt es seit mittlerweile drei Jahren; ins Leben gerufen wurde es von Linus Foerster, der "einfach ein Forum für meinen eigenen Film" haben wollte. Seine eigene Bewerbung an der DFFB im Jahre 1998 blieb allerdings erfolglos. Die Organisation des Festivals, das er auch letztes Jahr noch betreute, liegt jetzt in den Händen von Manuel Graubner.

Kennengelernt habe sich die beiden natürlich während des Filmfestivals. Auch Graubner hat schon die Erfahrung einer erfolglosen Bewerbung gemacht. Mit Rückschlägen dieser Art müssen die Teilnehmer leben können; eine Absage ist bei der Aufnahmequote keine Schande.

Beim Bloody Beginners Filmfestival hingegen herrscht keine Wettbewerbssituation. "Die Leute melden sich an - und sind einfach dabei. Wenn wir 20 Filme haben, steht das Programm", so Graubner. "Das wichtigste Kriterium für die Filmemacher ist sowieso die Reaktion des Publikums."

Auch ehemalige Teilnehmer äußern sich überwiegend positiv über das Festival. So auch Jan Poppenhagen, der das Bewerben an Filmhochschulen mittlerweile aufgegeben hat. "Man sieht die Ideen der anderen Leute. Das ist die beste Meßlatte für die eigenen Filme".Das "Bloody Beginners Filmfestival" läuft heute abend jeweils um 20 und 23 Uhr in der Camera im Tacheles, Oranienburger Straße 54

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