Berlin : Blümchen für Brigitte

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Schon während der Vorstellung immer wieder Bravorufe, begeistertes Pfeifen und auch schon mal euphorisches Aufkreischen und zum guten Schluss auch stehender Beifall Intendant Alexander Iljinskij konnte sich zur Premiere der jüngsten Revueausgabe von „Jingle Bells“ im Friedrichstadtpalast freuen. Seine Solisten Gayle Tufts, Kinga Dobay, Erkan Aki und Veronika Fischer auch. Und die traditionell wieder bejubelte Chorusline sowieso. Deren sowohl exakt als auch ästhetisch geschwungenen vierundsechzig Beine lobte Parlamentspräsident Walter Momper in der Pause sogar vor der „großen weiten Welt“. So nannte Iljinskij die etwa zwanzig Botschafterehepaare von Ägypten bis Usbekistan, die ihm Mania Feilcke als Präsidentin des Diplomaten-Clubs ins Haus gebracht hatte. Der Club firmiert übrigens nicht mehr unter dem Titel Excellencies, sondern Ambassadors Club. Diese Kenntnis war am Abend gesellschaftlich aber sowieso schnurzegal. Ob Exellenzen aus aller Welt oder Einheimische wie Theophana Prinzessin von Sachsen und Herz-Professor Roland Hetzer – keiner der Gäste aus Politik, Kultur und Wirtschaft hatte am Abend eine Chance. Ulla Klingbeil ohne Hut auch nicht. Das Objekt der fotografischen Begierde hieß Brigitte Nielsen. Der klatschspaltengebildete Teil der Premierengäste wusste, dass es sich dabei um die Ex-Frau des Ex-Rambos Sylvester Stallone handelt. Und um die „Muse“ Harald Glööcklers. Der „Pompöös“-Modemacher hatte für „Jingle Bells“ 330 Kostüme entworfen und bekam dafür viel verdienten Beifall – und vom Haus die Nielsen eingeflogen. Das Radisson Hotel ließ sie übernachten – so dicke hat es die vierfache Mutter nun auch nicht. Dicke hat sie es nur um die Brust, die sie am Abend pompöös rot-schwarz umhüllt zeigte. Zur Freude der Fotografen, die sich auf die willige Blondine stürzten – sogar für die CDU fiel fürs Foto mit Christoph Stölzl e in Küsschen ab. Dass sich der blondfusslige US-Import im Jingle-Bells-Finale dann aber mit Blumen für Glööckler mit auf die Bühne und damit ins Ensemblebild drängte, fand nicht nur das Publikum allgemein schlicht daneben. Wer auch immer den Modemacher mit diesem PR-Coup beraten hatte, war kein guter Freund. hema

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