Berlin : Blut und Bolle (Kommentar)

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Was wäre der 1. Mai ohne den anschließenden Streit, wer angefangen hat mit der Straßenschlacht? Man könnte sich dem allgemeinen Randale-Zynismus anschließen und sagen: nur der halbe Spaß. So ging es am Montag im Innenausschuss wieder hoch her bei der Frage: die Feiertagsrevolutionäre oder die Polizei? Der Innensenator, die CDU und Teile der SPD meinen, zuerst hätten die Demonstranten Steine geworfen. Die Grünen, die PDS und andere Teile der SPD meinen, die Demonstranten seien zu hart angepackt und zu früh festgenommen worden. Der Polizeipräsident wiederum erklärt, seine Beamten hätten sich auf "körperliche Gewalt" und den Einsatz von Wasserwerfern beschränkt, also - wichtig! - nicht geknüppelt. Ungeklärt blieb, was aus dem Leipziger Polizisten wurde, der die eigenen Leute mit einer Flasche Rotkäppchen halbtrocken bewarf, und ob tatsächlich ein Ordnungswächtertrupp kurz nach Spielschluss an einigen nach Hause ziehenden Zuschauern noch schnell seine Kampfsportgeräte demonstrierte. Über den Streit, wer die Spielregeln zuerst verletzt hat, wurde das Wichtigste aber leider vergessen: Muss das alles sein? Doch wer so fragt, hat sich schon als Spielverderber disqualifiziert.

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