Berlin : Blutbad angedroht: Schüler vor Gericht

Amoklauf im Internet angekündigt

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Unter Ausschluss der Öffentlichkeit hat am Freitag der Prozess gegen einen 16jährigen Berliner Schüler begonnen, der im Internet ein Blutbad wie in der Erfurter Schule angedroht haben soll. Nach Auskunft von Justizsprecherin Ariane Faust hatte der junge Mann am 4. Mai in einem Chatroom gegenüber mehreren Personen einen Amoklauf angedroht.

Das Amtsgericht habe eine Weisung als „Erziehungsmaßregel von längerer Dauer“ verhängt, sagte Faust. Nähere Angaben, was das für den Jugendlichen bedeutet, machte sie nicht. Der Junge habe „spontan und völlig unüberlegt gehandelt“, so die Sprecherin. Er sei geständig gewesen und bereue.

Am 26. April 2002 hatte ein von der Schule verwiesener Schüler des Gutenberg-Gymnasiums in der thüringischen Landeshauptstadt 16 Menschen und dann sich selbst erschossen. Der ganz in Schwarz gekleidete 19-Jährige hatte Lehrer, Schüler, eine Sekretärin und einen Polizisten umgebracht. In Deutschland und im Ausland hatten die Menschen mit Bestürzung, Trauer und Schock reagiert. Nach Angaben von Faust ist der Berliner Schüler umfassend begutachtet worden. Er sei normal entwickelt und es gebe keinen Anlass zu einer Therapie, erklärte die Justizsprecherin. dpa

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