Berlin : Bode-Museum schätzt private Münzen Neuer Gutachter-Service im Studiensaal

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Über 3000 Menschen besuchten am Wochenende den einmalig geöffneten Tresorraum des Münzkabinetts im BodeMuseum. Dass man die Berliner derart für alte Münzen begeistern kann, hätten die Mitarbeiter des Bode-Museums nicht gedacht. Um die Begeisterung wach zu halten, haben sie sich gestern gleich etwas Neues überlegt. „Wir sind überwältigt“, sagte Wolfgang Steguweit, der stellvertretende Direktor des Münzkabinetts. Deshalb will er jetzt einen neuen Service anbieten: Unter dem Motto „Wir schätzen Ihre Schätze“ können die Berliner ab morgen ihre gesammelten Münzen in den Studiensaal des Münzkabinetts bringen, um sie begutachten zu lassen. „Wir können zwar nicht auf Euro und Cent den heutigen Marktwert einer alten Münze nennen, aber wir können den Leuten sagen, aus welchem Jahrhundert sie stammt, wo und von wem sie gebraucht wurden und ob sie einen Wert besitzt.“

Auf die Idee sind Steguweit und seine Mitarbeiter gekommen, weil etliche Besucher am Wochenende Münzen mitgebracht und gezeigt haben. Auch den Kunstmuseen kann man an den bestimmten Tagen Gemälde bringen und sie von Kunsthistorikern begutachten lassen.

Steguweit hat aber auch einen ganz eigennützigen Gedanken bei dem neuen Service: „Ich bin überzeugt, dass in Berlin noch viele private Schätze schlummern.“ Das Münzkabinett, dem vergangene Woche durch eine großzügige private Spende die Gründung einer Stiftung ermöglicht wurde, habe nun auch einen Etat, um solche Schätze anzukaufen. Warum sich in Privathaushalten noch wertvolle Münzen verbergen könnten, erklärt Steguweit damit, dass es in West-Berlin bis 1989 weder ein Münzkabinett gegeben habe noch einen nennenswerten Münzhandel. International anerkannte Münzhändler würden sich erst jetzt in der Stadt ansiedeln. „Da hat Berlin Nachholbedarf.“ clk

Der Studiensaal des Münzkabinetts im Bode-Museum auf der Museumsinsel ist geöffnet dienstags bis freitags, 9 bis 16 Uhr. Eingang Monbijoubrücke.

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