• Böse Überraschung: Die Busse kommen nicht nach Plan Ausgerechnet im Weihnachtsverkehr viele Verspätungen

Berlin : Böse Überraschung: Die Busse kommen nicht nach Plan Ausgerechnet im Weihnachtsverkehr viele Verspätungen

Fahrer beschweren sich über neue Dienstzeiten

Klaus Kurpjuweit

Ausgerechnet im vorweihnachtlichen Einkaufstrubel ist der Busverkehr der BVG durcheinander geraten. Nach Angaben von Fahrern kommt es durch einen geänderten Dienstplan zu erheblichen Verspätungen im gesamten Netz. Dadurch gehen auch Anschlüsse verloren, was vor allem nachts zu langen Wartezeiten in der Kälte führen kann.

Bemerkbar machen sich die Verspätungen vor allem auf Linien, auf denen die Busse in einem großen Abstand fahren. Dort müssen Fahrgäste dann lange auf den nächsten Bus warten. Nach Tagesspiegel-Informationen wurde am Mittwoch zum Beispiel ein Bus der Linie 101 (U-Bahnhof Turmstraße–Sachtlebenstraße, Zehlendorf) mitten im Dienst als so genannte Leerfahrt zum Betriebshof zurückdirigiert, um ihn wieder in den Fahrplantakt einfügen zu können. Die Fahrgast-Fahrt fiel dadurch aus.

Verspätungen über 40 Minuten gab es zum Beispiel nach Tagesspiegel-Informationen auch auf der Linie 148 (Zehlendorf, Busseallee–Alexanderplatz). Dort fahren die Busse allerdings relativ häufig, so dass Fahrgäste an den Haltestellen nicht erkennen können, ob „ihr“ Bus nach dem Fahrplan fährt oder zu spät dran ist. BVG-Sprecherin Barbara Mansfield erklärte dagegen, der Fahrplan werde eingehalten; Probleme seien nicht bekannt.

Seit dem vergangenen Wochenende gilt bei der BVG ein neuer Dienstplan. Danach fallen die bisherigen Pausen für die Fahrer an den Endstellen weg, Sie werden durch eine – jetzt unbezahlte – Blockpause von einer halben Stunde ersetzt. In dieser Zeit werden die Fahrer von einem Kollegen abgelöst und übernehmen anschließend einen anderen Bus. Bisher blieben die Fahrer an den Endstellen in ihrem Fahrzeug sitzen, bis die Fahrt weiterging. Dadurch standen die Busse in der Pause dem Betrieb nicht zur Verfügung. Jetzt fahren sie fast ohne Unterbrechung, was die Kosten für die BVG senkt, weil sie dadurch weniger Fahrzeuge einsetzen muss.

Die meisten Fahrer sind mit der neuen Regelung nicht einverstanden. Viele arbeiten jetzt „streng nach Vorschrift“. Dann seien sie auch nicht bereit, bei Verspätungen auf einen Teil der ihnen zustehenden Pause zu verzichten, sagte ein Fahrer dem Tagesspiegel. Bei der alten Regelung mit der Pause an der Endstelle wären viele Fahrer bei Verspätungen früher losgefahren, um wieder pünktlich zu werden. Die Pausen seien dann später genommen worden. Gegen die neue Regelung wollen viele Fahrer klagen.

Auch in der Vergangenheit hatte die BVG mehrfach Probleme mit der Pünktlichkeit. Vor zwei Jahren waren außerordentlich viele der alten Doppeldecker in der Werkstatt, weil sie erhebliche Rostschäden hatten. Wegen des Wagenmangels gab es damals ebenfalls erhebliche Verspätungen. Bis zu 40 Minuten mussten Fahrgäste damals unter anderem auf dem Kurfürstendamm auf Busse warten. Die BVG bestätigte das Problem erst nach Tagen.

Jens Wieseke vom Fahrgastverband IGEB hält die neue Dienstzeitregelung für sinnvoll. Sie dürfe aber nicht auf dem Rücken der Fahrgäste ausgetragen werden. Besser wäre es gewesen, die neuen Regeln zunächst auf wenigen Linien zu testen. Bei der Straßenbahn habe sich eine ähnliche Regelung immerhin bewährt.

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