Berlin : Bombe im Plänterwald: Auf diesen Mann kommt es an (Interview)

Herr Wegener[als S],was ging Ihnen durch den Kopf[als S]

Dirk Wegener und Peter Jung, die beiden Chefs des Kampfmittelräumdienstes der Berliner Polizei, werden morgen die im Plänterwald gefundene Luftmine entschärfen. Seit Ende des Krieges ist dies den Aufzeichnungen zufolge die fünfte Bombe dieser Größenordnung, die im Berliner Boden gefunden wurde. Der 51-jährige Dirk Wegener ist seit 1988 beim Kampfmittelräumdienst. Zuvor war er bei einer Technischen Einsatzbereitschaft. Ihn hat in seinem jetzigen Tätigkeitsbereich die befriedigende Aufgabe gereizt, denn der allgemeine Polizeidienst hat dem Familienvater zu viele Beschränkungen auferlegt, gibt er zu.



Herr Wegener, was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie diese Luftmine sahen?

Ich habe fast ein schlechtes Gewissen - aber ich habe mich gefreut. Ich empfand diesen Gedanken dann zwar als etwas abartig. Andererseits, dass die Bombe gefunden wurde, bedeutet auch, dass sie entschärft werden kann. Und damit kann eine Gefahr für die Bevölkerung abgewendet werden.

Wie bereiten Sie sich auf die Entschärfung vor?

Unsere Planung wird noch sorgfältiger sein als bei anderen Entschärfungen. Wir versuchen, uns auf alle Eventualitäten vorzubereiten und werden uns heute auch noch alle zusammensetzen und darüber nachdenken, ob wir etwas übersehen haben könnten.

Es ist für Sie ja die erste Bombe dieser Art. Ist das trotzdem Routine, oder beschäftigt Sie dieser Einsatz ganz besonders?

Natürlich, mehr als andere. Jede Bombe hat ihre Eigenart durch die Lage und die Umwelteinflüsse, denen sie ausgesetzt war. Bei dieser Luftmine fehlen uns die Vergleichsmöglichkeiten. Von anderen Bomben, die wir entschärft haben, haben wir Erfahrungswerte. Die haben wir hier nicht.

Mit wie vielen Leuten werden Sie die Luftmine entschärfen?

Wir werden zu dritt sein. Unter uns wird ein Nachwuchsfeuerwerker sein, der noch Erfahrung sammeln muss und den wir soweit wie möglich einbinden.

Wie viele Blindgänger vermuten Sie noch im Berliner Boden?

Genau weiß das niemand. Wenn man es hochrechnet, müssten es noch etwa 2000 bis 3000 sein.

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