Berlin : Bombe vor dem Reichstag gesprengt

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Die Polizei sprengte gestern Vormittag vor dem Reichstag eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Der Blindgänger war bei einer routinemäßigen Munitionssuche auf dem Platz der Republik gefunden worden. Für rund eine halbe Stunde war deswegen auch der Reichstag gesperrt: Niemand durfte hinein, wer sich im Inneren befand, durfte nicht heraus. Die Kuppel wurde geräumt. Das Bundeskanzleramt war nicht betroffen. Der Verkehr im Regierungsviertel wurde eingestellt.

Der Zünder des russischen Blindgängers war beschädigt, deshalb konnte die Bombe nicht entschärft werden. Polizeifeuerwerker Bernd Nieter sprengte sie daher um 11.05 Uhr am Fundort. Ein dumpfer Knall und eine kleine Staubwolke kündeten vom Ende des Blindgängers, der fast sechs Jahrzehnte unter der Erde gelegen hatte. Gleichzeitig wurde eine ebenfalls am Vormittag sichergestellte Panzergranate vom Kaliber 8,8 Zentimeter gesprengt. Die Bombe stammte nicht aus Serienfertigung, sagte Nieter. Es handelte sich um eine umgebaute Sprenggranate vom Kaliber 12,8 Zentimeter. Mit Zünder und angeschweißtem Leitwerk versehen, wurde sie bei russischen Angriffen auf Berlin aus dem Flugzeug geworfen.

Obwohl auf dem Platz der Republik bereits in den 60er Jahren nach Weltkriegsmunition gesucht wurde, nimmt man den Platz derzeit erneut unter die Lupe. Mit moderner Technik werden nun Munitionsreste aus der Erde gegraben, die bei der ersten Suche übersehen worden waren.

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