• Bombe war in 20 Minuten entschärft: Fliegerviertel: Bewohner durften schnell nachhause

Bombe war in 20 Minuten entschärft : Fliegerviertel: Bewohner durften schnell nachhause

Eine am Freitag gefundene Weltkriegsbombe in Tempelhof ist am erst Sonntag entschärft worden. Wegen des zeitlichen Vorlaufs dauerte der Einsatz selbst nicht mehr lange.

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Die Entschärfung selbst dauerte keine 20 Minuten. Punkt 12.44 Uhr hatten die Experten des Landeskriminalamtes den Zünder aus der am Freitag gefundenen Weltkriegsbombe herausgeschraubt. Eine Minute später fielen alle Absperrungen im Tempelhofer Fliegerviertel, die Bewohner konnten wieder in ihre Häuser zurück. Um 10 Uhr hatten 130 Polizisten begonnen den Sperrkreis von 250 Metern um die Fliegerbombe herum abzuriegeln. Lautsprecherwagen fuhren durch die Straßen, forderten die Bewohner zwischen Boelcke- und Gontermannstraße zum Verlassen ihrer Häuser auf.

Am Freitagnachmittag waren Bauarbeiter im Hof des Hauses Bäumerplan 14 auf die russische 100-Kilo-Bombe gestoßen. Da von ihr keine unmittelbare Gefahr ausging, entschieden die Feuerwerker der Polizei, sie erst am Sonntagvormittag zu entschärfen. Dieser Vorlauf habe die Räumung des Gebietes sehr erleichtert, sagte eine Polizeisprecherin. Von den etwa 2000 Menschen, die laut Melderegister in dem betroffenen Gebiet leben, wurden nur 148 von Polizisten in ihren Wohnungen angetroffen. Der Großteil war entweder im Urlaub oder hatte von der Entschärfung bereits aus der Zeitung erfahren. Letztlich nahmen nur 13 ältere Anwohner das Angebot an, die Wartezeit im BVV-Saal des Rathauses Tempelhof zu verbringen. Dort wurden sie vom Roten Kreuz versorgt.

Wie berichtet musste das St. Joseph-Krankenhaus in der Wüsthoffstraße nicht geräumt werden, obwohl es zum Teil im Sperrkreis lag. Durch einen glücklichen Zufall lagen nur Verwaltungsgebäude in der abgeriegelten Zone. Nur vier Patientenzimmer mussten letztlich geräumt werden. Anders als in Potsdam mussten in Berlin in den letzten Jahren keine Kliniken geräumt werden, dies sei extrem zeitaufwendig, sagte ein Experte. Vor drei Jahren war in Wilmersdorf eine eigentlich transportunfähige Bombe 100 Meter weggefahren worden, um eine Räumung des Gertrauden-Krankenhauses zu vermeiden.

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