Berlin : Bombenalarm im Fliegerviertel

Entschärfer rückten in Tempelhof an

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Eine Fliegerbombe im Fliegerviertel: Experten der Polizei wollen an diesem Sonntagvormittag einen Blindgänger entschärfen, der am Freitagabend nahe dem Tempelhofer Loewenhardtdamm gefunden worden ist. Nach Ansicht der Spezialisten des Landeskriminalamtes kann der Blindgänger nicht abtransportiert werden. Doch die Anwohner haben Glück: Da die Weltkriegsbombe mit 100 Kilogramm vergleichsweise klein ist, genügt während der Entschärfung ein Sperrkreis von nur 250 Metern. Mit der Räumung des Gebietes soll um 9 Uhr morgens begonnen werden. Schon um 10 Uhr wollen die Entschärfer beginnen.

Polizisten gingen gestern von Tür zu Tür und verteilten Handzettel mit den wichtigsten Informationen. Wie viele Menschen ihre Häuser und Wohnungen verlassen müssen, konnte die Polizei nicht sagen. Vermutlich werden es nur wenige hundert sein. Noch mehr Glück hat das St. Joseph Krankenhaus, das am Rande dieses Sicherheitsbereichs liegt. Denn auf der riskanten Seite sei der Verwaltungstrakt untergebracht, sagte Pflegedirektorin Eva-Maria Haenecke. Dieser sei sonntags ohnehin menschenleer. Nur vier Patientenzimmer müssen am Sonntagmorgen geräumt werden. Dies sei unproblematisch, da von den knapp 500 Betten derzeit nur 350 belegt sind. Weil der Haupteingang in der Wüsthoffstraße gesperrt werden muss, dürfen am Sonntag keine Besucher ins Haus. Das Personal wurde informiert, dass ein Seiteneingang benutzt werden muss. Die Feuerwehr wird während der Entschärfung das Krankenhaus nicht für Notfälle anfahren, sagte Haenecke: „Das Haus wird ziemlich leer sein.“ Vor drei Jahren hatte die Polizei unter größter Vorsicht in Wilmersdorf eine zunächst als nicht transportfähig eingestufte Bombe 100 Meter in einen Park gefahren, um wegen der Entschärfung das Gertraudenkrankenhaus nicht räumen zu müssen.

Die Polizei hat für Anwohner ein Servicetelefon geschaltet: 4664 444750. Das Präsidium wies gestern darauf hin, dass der Sperrkreis auch vergrößert werden könnte. Der Blindgänger wurde in einem Hinterhof am Bäumerplan 14 gefunden. Im Sperrkreis liegen neben dem Bäumerplan der Loewenhardtdamm, Boelcke-, Gontermann- und Wüsthoffstraße sowie die Udetzeile. Alle Straßen sind nach Fliegern des Ersten Weltkrieges benannt.

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