Bombendrohung in Moabit : "Tick, Tick, Tick, die Zeit läuft"

Eine Bombendrohung hat am Morgen für einen Großeinsatz der Polizei in Moabit gesorgt. Ein Unbekannter hatte angekündigt, einen Koffer vor dem Oberstufenzentrum Banken und Versicherungen zur Explosion zu bringen.

Berlin - Das Gebäude sowie ein angrenzender Supermarkt wurden daraufhin geräumt. Experten der Polizei sprengten das Gepäckstück und gaben danach Entwarnung. In dem Koffer befand sich Polizeiangaben zufolge Mehl. Der Leiter der Pressestelle der Polizei, Marcel Kuhlmey sagte, die Ermittler gingen davon aus, dass die Drohung von einem Schüler des Oberstufenzentrums stamme. Der Verdacht sei konkret. Ermittelt werde jetzt wegen Störung des öffentlichen Friedens.

Den Koffer hatte ein Hausmeister auf dem Hinterhof am Eingang des OSZ an der Ecke Alt-Moabit 10/Rathenower Straße entdeckt. An dem Koffer vor dem Eingang des Oberstufenzentrums an der Ecke Alt-Moabit 10/Rathenower Straße befand sich den Angaben zufolge ein großer Zettel mit der Warnung, wenn das Gepäckstück geöffnet werde, fliege dieser mitsamt der Schüler der Ausbildungsstätte in die Luft. Zur Begründung schrieb der Täter, seine "berufliche Karriere" sei ruiniert. Der letzte Satz auf dem Zettel lautete: "Tick, Tick, Tick, die Zeit läuft".

Die Ermittler suchen nun nach dem Verursacher des Bombenalarms. Dazu wird es den Angaben zufolge zunächst Gespräche mit den Lehrern darüber geben, mit welchem Schüler es in letzter Zeit Probleme gegeben habe. Zudem habe die Polizei bereits viele Hinweise aus dem Brief entnommen. Der Schulbetrieb verzögerte sich aufgrund der Arbeiten der Spurensicherung. Es kam zudem zu Behinderungen für den Autoverkehr auf der Straße Alt-Moabit und zu Verzögerungen des BVG-Betriebs.

Deutschlandweit hat es in den vergangenen Wochen an Schulen immer wieder Drohungen gegeben, nachdem im November ein Amoklauf im münsterländischen Emsdetten verübt worden war. Ein 18-Jähriger war mit drei Gewehren in seine frühere Schule eingedrungen und hatte wild um sich geschossen. Zahlreiche Menschen wurden dabei verletzt. Der Täter erschoss sich anschließend selbst. (tso/ddp)

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