Berlin : Bombenpost für einen Filmkritiker Drei Autoren bei der 5. Berliner Kriminacht

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Immer im Februar werden im Untergeschoss des Musicaltheaters am MarleneDietrich-Platz abgeschabte Regale mit nummerierten Fächern aufgestellt: Hier empfängt die versammelte Journalistenschaft Tag für Tag die Informationen zur Berlinale. Einer aber, der in der Szene verhasste Berliner Filmjournalist Albrecht Niemeyer, erhält diesmal mehr – eine Briefbombe. Als hätte er nicht schon genug Probleme: Die Frau ist mit ihrem Orthopäden durchgebrannt, ein Freund aus längst überwundenen Punk-Tagen hat sich bei ihm eingenistet. Und nun glaubt ihm die Polizei den Bombenanschlag nicht mal.

Das ist zum Glück nicht Festivalalltag, was aber keinesfalls gegen Mani Beckmanns Krimi „Filmriss“ spricht. Erschienen ist der Berlinale-Thriller im hiesigen be.bra Verlag, der am Freitag, 27.Mai, die 5. Berliner Kriminacht veranstaltet. Ab 20 Uhr werden in der Kunstfabrik Schlot, Edisonhöfe, Chausseestraße18 in Mitte, Beckmann und seine Autorenkollegen Christoph Spielberg, ebenfalls Berlin, sowie Sabina Naber aus Wien aus ihren Werken lesen und im Gespräch mit der Radiomoderatorin Marion Brasch über ihre Arbeit Auskunft geben.

Auch Christoph Spielberg kennt sich in der Szene, in der „Der vierte Tag“ (Piper-Verlag) spielt, bestens aus. Er war lange Kardiologe in einem Berliner Klinikum – genau diese Welt gibt den Hintergrund seiner Geschichte ab: Geiselnahme und Erpressung auf der Intensivstation von Dr. Felix Hoffmann. Die Forderung: eine Million Euro oder ein toter Arzt für jeden Patienten, der auf der Station stirbt. In Wien spielt dagegen Sabina Nabers Erotik-Thriller „Die Debütantin“ (Rotbuch-Verlag). Er beginnt mit einer toten Journalistin, die im Playboy-Bunny-Kostüm in der Donau schwimmt. ac

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