Berlin : Bombodrom wird Naturerbe: Sielmann-Stiftung übernimmt Heideteil

Wittstock - Ob auf der Südflanke des früheren Bombodroms bald auch Wisente und Przewalski-Pferde durch die Kyritz-Ruppiner-Heide stampfen, weiß Lothar Lankow noch nicht. Eines aber ist für den Geschäftsführer der „Sielmann Naturlandschaft Döberitzer Heide“ im Havelland klar: Die Heinz-Sielmann-Stiftung wird bald 4000 Hektar des früheren Übungsplatzes der Sowjetarmee übernehmen. Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat am Mittwoch beschlossen, dass diese Teilfläche des knapp 12 000 Hektar großen Geländes in das nationale Naturerbe übernommen werden. Der gesamte frühere Bombenabwurfplatz bleibt aber im Besitz der Bundes, exakt bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), die damit auch für die Räumung der enorm munitionsbelasteten Flächen verantwortlich ist. Ein Gutachten hatte für eine vollständige Räumung bis zu 595 Millionen Euro Kosten veranschlagt. Nach diversen Gerichtsurteilen und heftigem Widerstand hatte die Bundeswehr im Juli 2009 auf das Gelände verzichtet. „Wir gehen im Januar in die Verhandlungen mit der Bima“, sagte Lankow. Zunächst müssten auf 3000 Hektar Bäume und Sträucher entfernt werden, um die Heidelandschaft zu erhalten. Geplant sei auch ein sanfter Naturtourismus – allerdings nur von beräumten Wegen und Aussichtspunkten aus. Es werde noch geprüft, ob man Wisente und Pferde ansiedeln wolle, wie in der Döberitzer Heide, die früher ebenfalls ein Truppenübungsplatz war. Im Norden an der früheren Kommandantur sollen 2900 Hektar für Solar- und Windkraftanlagen genutzt werden. axf

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