• Bosnische Familie aus Berlin hatte das Mädchen als "Braut" aus ihrem Heimatdorf entführt

Berlin : Bosnische Familie aus Berlin hatte das Mädchen als "Braut" aus ihrem Heimatdorf entführt

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Die bosnische Familie lebt bereits seit 30 Jahren im Neuköllner Ortsteil Rudow, der 15-jährige Sohn wurde sogar in Berlin geboren und wuchs hier auf. Dennoch wollte die Familie eine Hochzeit nach angeblicher Landessitte und entführte für den Sohn kurzerhand ein 14-jähriges Mädchen. Die Jugendliche konnte nach zweimonatigem Martyrium und fast täglicher Vergewaltigung durch den 15-jährigen, wie berichtet, befreit werden. Die Eltern des Jungen wurden festgenommen, sie sitzen in Untersuchunghaft.

Als die Familie des Jungen im Sommer in ihrem Heimatdorf zu Besuch war, lernte der 15-Jährige zufällig das Mädchen aus dem Nachbardorf kennen. Offenbar gefiel es ihm, seine Eltern boten der alleinerziehenden Mutter des Mädchens Geld für die Eheschließung und wollten es gleich mit nach Berlin nehmen. Als Mutter und Tochter ablehnten, wurde die Jugendliche später von Angehörigen der in Berlin lebenden Familie verschleppt.

In Berlin wurde sie streng bewacht, und fast täglich verging sich der 15-Jährige an seiner "Braut". Nachdem ein in Österreich lebender Onkel des Mädchens Anzeige erstattet hatte, wurde die Jugendliche Ende Oktober ins bayerische Miesbach gebracht. Hier blieb sie vor den Vergewaltigungen verschont, musste aber unter strenger Bewachung im Haushalt der Angehörigen ihres "Bräutigams" arbeiten.

Am vergangenen Freitag bot die Familie dem Onkel des Mädchens an, er könne seine Nichte für 3000 Mark zurückkaufen. Zum Schein ging der Mann auf das Geschäft ein. Bei der Geldübergabe auf der Autobahn-Raststätte Holzkirchen-Nord griff die Polizei zu, befreite das verängstigte Mädchen und nahm sechs Jugoslawen fest. Kurze Zeit nach der erfolgreichen Polizeiaktion wurden in Berlin die Initiatoren der Entführung festgenommen.

In Berlin gab es vor zwei Jahren einen ähnlichen Fall, bei dem ein 12 Jahre altes Mädchen von ihrer Familie weggeholt worden war, um einen 19 Jahre alten Mann zu heiraten. Angeblich war das Mädchen damals freiwllig mitgangen, ihr Vater erstattete aber Anzeige. Die Polizei hat diese Anzeige seinerzeit aber nicht ernst genommen und von einer "typischen Zigeunerhochzeit" gesprochen.

Im aktuellen Fall erklärten die an der Verschleppung Beteiligten, weder Sinti noch Roma anzugehören, vielmehr hätten sie sich als "rumänischstämmig" bezeichnet, sagte ein Kriminalbeamter der Polizei in Miesbach gestern dem Tagesspiegel.

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