Berlin : Brand im Palast: Feuerwehr: Asbestverseuchung unwahrscheinlich

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Bei dem Brand im asbestverseuchten Palast der Republik am Freitagabend gelangte nach Einschätzung der Feuerwehr kein Asbest in die Luft. Messungen wurden nicht vorgenommen, da es für Asbest keine Messgeräte gibt.

Luftproben, anhand derer im Labor die Konzentration der Asbestfasern ermittelt werden kann, wurden ebenfalls nicht genommen: "Das haben wir bei dem bisschen Brand nicht für erforderlich gehalten", sagte Feuerwehrchef Albrecht Broemme gestern auf Anfrage. Zudem komme Asbest in der Natur vor, Fasern seien daher überall in der Luft zu finden.

Wie berichtet, war vermutlich durch Arbeiten mit einem Trennschleifer eine Holzverschalung in einem früheren Schnürboden - in Theatern verlaufen dort die Seile, um zum Beispiel die Kulissen zu wechslen - im sechsten Stockwerk in Brand geraten. Zeugen berichteten, dass auf einer Breite von 20 bis 30 Metern Flammen aus dem Dach schlugen. Broemme dagegen sagte, er habe keine Kenntnis davon, dass Flammen hochschlugen. Er befand sich während des Einsatzes der rund 100 Feuerwehrmänner am Palast der Republik: "Ich habe keine Flammen gesehen."

Der Einsatz gestaltete sich für die Löschmannschaften besonders beschwerlich, denn sie mussten den Palast durch eine Luftschleuse betreten und verlassen und zusätzlich Schutzanzüge über ihre Kleidung ziehen.

Durch die Dekontaminationschleusen wird verhindert, dass aus dem Palast, der wegen des verwendeten Spritzasbests derzeit saniert wird, Asbeststaub aus dem Gebäude nach draußen geschleppt wird. Durch sie müssen auch die Arbeiter. Die Schutzanzüge der Feuerwehr wurden ansschließend vernichtet, sämtliches Material und die Löschgeräte wurden nach dem Ende des Einsatzes aufwendig gereinigt.

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