Brand in Moabit : Zahl der Todesopfer gestiegen

Nach dem verheerenden Wohnhausbrand in Berlin-Moabit sind jetzt insgesamt neun Todesopfer zu beklagen. Eine Frau erlag im Krankenhaus ihren Verletzungen.

Berlin (10.08.2005, 12:04 Uhr) - Angaben zu ihren Personalien lagen zunächst nicht vor. In der Brandnacht waren acht aus Polen und dem Kosovo stammende Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen vier Kinder und eine Jugendliche. 15 Menschen hatten bei dem Brand in dem Mietshaus in der Nacht zum Dienstag schwere Verletzungen erlitten.

Unterdessen gehen die Ermittlungen der Kriminalpolizei weiter. Die Beamten gehen von vorsätzlicher Brandstiftung aus. Nach Polizeiangaben befragen die Ermittler Mieter des Unglückshauses und Anwohner zu ihren Beobachtungen vor und während des Feuers. Auch Fotos und Filme, die Experten des Brandkommissariats des Landeskriminalamtes sowie Pressefotografen und TV-Reporter an der Brandstelle aufgenommen haben, würden ausgewertet.

Eine Zündelei im Treppenaufgang des Mietshauses könnte nach Einschätzung der Ermittler zu dem Unglück geführt haben. Im Erdgeschoss waren zwei verkohlte Kinderwagen entdeckt worden, die vermutlich mutwillig in Brand gesetzt worden waren.

Indes kam es am späten Dienstagabend im brandenburgischen Guben (Kreis Spree-Neiße) zu einem ganz ähnlichen Brand wie in Berlin-Moabit. Auch dort wurden im Hausflur eines Mehrfamilienhauses zwei Kinderwagen angezündet. Die Mieter konnten das Feuer noch vor Eintreffen der Feuerwehr selbst löschen. Sechs Menschen erlitten Rauchvergiftungen, unter ihnen vier Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und sieben Jahren. Sie wurden zur Beobachtung in ein Krankenhaus gebracht.

Bislang fehlt von dem Gubener Brandstifter jede Spur. «Wir ermitteln auch, ob es sich um einen Nachahmungstäter des Brandes in Berlin handelt», sagte der Sprecher des Polizeipräsidiums Frankfurt (Oder), Dieter Schulze. (tso)

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