Berlin : Brandenburg bleibt weiterhin fest in SPD-Hand

Alle zehn Kreise gehen an die Sozialdemokraten, die PDS verliert, die CDU legt leicht zu

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Von Claus-Dieter Steyer

Potsdam. Bei der Bundestagswahl im Land Brandenburg behauptete die SPD ihre führende Position. Alle zehn Wahlkreise gingen an die Sozialdemokraten. Die CDU konnte leichte Gewinne verbuchen und in vielen Landesteilen die PDS als zweitstärkste Partei ablösen. Zwischen zwei und fünf Punkte betrugen die Verluste der Sozialisten gegenüber der Wahl 1998. Die Freien Demokraten konnten sich leicht verbessern, während Bündnis 90/Die Grünen kaum eine Rolle spielten. Die NPD und die Schill-Partei blieben überall unter drei Prozent. Im Wahlkreis Oberhavel-Havelland erzielte der NPD-Kandidat mit rund 2,9 Prozent das beste Ergebnis im Land.

Zu den Überraschungen gehören die Ergebnisse in Cottbus. Die Wähler stimmten hier per Knopfdruck ab, so dass Wilfried Schreck von der SPD mit 46 Prozent schon kurz nach 18 Uhr als deutlicher Sieger feststand. PDS-Kandidatin Monika Bald, stark im Arbeitslosenverband engagiert, folgte mit 23,3 Prozent. Abgeschlagen mit knapp 17 Prozent landete CDU-Hoffnungsträger und Ex-Oberbürgermeister Waldemar Kleinschmidt auf Rang drei. Damit scheint die Ära der Christdemokraten im Zentrum der Lausitz endgültig vorbei zu sein, nachdem sie schon im Frühjahr die Oberbürgermeisterwahl an die SPD verloren hatten. Fast neun Prozent holte FDP-Landeschef Jürgen Türk in Cottbus für seine Partei, der damit klar über dem Bundesdurchschnitt der Freien Demokraten blieb.

Die PDS hatte sich in zwei Kreisen Hoffnungen auf ein Direktmandat ausgerechnet. Doch sowohl in Märkisch-Oderland/Barnim als auch in der Region Potsdam/Potsdam-Mittelmark / Teltow-Fläming scheiterte das Vorhaben. Im östlichen Brandenburg gewann Petra Bierwirth (SPD/43 Prozent). Auf Platz zwei kam PDS-Kandidat Andreas Müller (25 Prozent), der den langjährigen CDU-Politiker Rainer Eppelmann (21 Prozent) hinter sich ließ. In und um Potsdam setzten sich die Sozialdemokraten mit Andrea Wicklein (42 Prozent) durch. Platz zwei ging an den bekannten PDS-Politiker Rolf Kutzmutz (26 Prozent), obwohl er gegenüber 1998 rund drei Punkte einbüßte. Bei den Zweitstimmen verlor die PDS hier sogar mehr als fünf Punkten. Das beste SPD-Ergebnis mit rund 50 Prozent schaffte der schon in der Wendezeit für die Partei aktive Markus Meckel in Uckermark/Barnim. Ein Punkt weniger bekam Flughafengegner Peter Danckert in Teltow-Fläming/Dahme-Spreewald. Die anderen Sieger der SPD: Ernst Bahr (Nordwesten/48 Prozent), Angela Leißner-Krüger (Havelland/Oberhavel), Margrit Spielmann (Stadt Brandenburg und Umgebung), Stephan Hilsberg (Elbe-Elster/Oberspreewald-Lausitz/alle 45 Prozent) und Jürgen Vogelsänger (Frankfurt/Oder-Spree/44 Prozent).

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