Brandenburg : Die Jugend von heute bleibt lieber trocken

Jugendliche in Brandenburg rauchen und trinken weniger. Das ist Ergebnis einer neuen Studie. Es gibt jedoch mehr Medikamentenmissbrauch.

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Trockengelegt. Jugendliche greifen seltener zur Zigarette. Und zur Flasche.
Trockengelegt. Jugendliche greifen seltener zur Zigarette. Und zur Flasche.Foto: dpa

Jugendliche in Brandenburg rauchen und trinken so wenig wie nie seit 1990. Das geht aus einer anonymen Befragung von knapp 10 000 Zehntklässlern im Land im Auftrag des Gesundheitsministeriums hervor. Dies sei eine „gute Nachricht“, sagte Ministerin Anita Tack (Linke). Neu und problematisch sei, dass Mädchen häufiger stimmungsbeeinflussende Medikamente nähmen als früher.

Regelmäßiger Alkoholkonsum, also mindestens einmal pro Woche, gehört zwar für 19 Prozent der Jungen und zehn Prozent der Mädchen dazu. Bei der Befragung 2004/2005 waren es dagegen mit 31,6 Prozent der Jungen und 17,7 Prozent der Mädchen fast doppelt so viele, in früheren Jahren lag der Anteil sogar noch höher. Die Zahl der 15-Jährigen, die noch nie Alkohol getrunken haben, hat sich dagegen auf zehn Prozent verdoppelt.

Mehr als sechs Drinks am Abend

Vor zehn Jahren hatten 17 Prozent der Jungen angegeben, sich mehr als einmal pro Woche zu besaufen – mit mehr als sechs Drinks am Abend –, jetzt tun das noch acht Prozent. Die Landessuchtbeauftragte Ines Weigelt-Boock führt dies auf einen Wertewandel der jungen Generation zurück. „Nach der Flower-Power-Kultur der 68er und der Leistungskultur der 90er zeigt sich die Jugend heute insgesamt bewusster.“ Die jungen Leute leben dabei gesünder als die Eltern-Generation.

Zwar ist auch bei Erwachsenen der Alkoholkonsum rückläufig, bei dem Brandenburg neben Mecklenburg nach 1990 Spitzenreiter war. Aber immer noch jeder dritte erwachsene Mann in Brandenburg trinkt nach Studien riskant viel Alkohol. Beim Rauchen sind die Trends ähnlich. 16 Prozent der Zehntklässler greifen täglich zur Zigarette – vor zehn Jahren waren es doppelt so viele. Waren es damals mehr Mädchen als Jungen, gibt es inzwischen beim Tabakkonsum keine Geschlechterunterschiede mehr. Wöchentlichen Haschisch-Konsum geben 3,5 Prozent der Jungen, 1,6 Prozent der Mädchen an.

Der Medikamentenmissbrauch unter Mädchen hat sich auf 1,7 Prozent verdoppelt.

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