Berlin : Brandenburg indirekt

Nicht nur im Umland liegen SPD und CDU gleichauf.

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Im Land Brandenburg war seit 1990 wohl keine Bundestagswahl so spannend wie diese: Nicht nur, dass SPD und CDU entgegen dem Bundestrend nach Umfragen aktuell bei etwa 30 Prozent gleichauf liegen, Ausgang offen. Auch wer die Direktmandate holt, ist anders als früher in weiten Teilen Brandenburgs unklar. Eine Prognose der Wahlplattform election.de sieht kurz vor der Wahl zwar die SPD in sieben der zehn Wahlkreise vorn, aber nur in drei Wahlkreisen mit klarem Vorsprung.

Dazu gehört der Wahlkreis 60 in Brandenburg/Havel und Umgebung, wo SPD-Bundestagsfraktionschef Frank-Walter Steinmeier antritt. Die CDU liegt in Elbe-Elster mit Michael Stübgen vorn, seit 1990 in Berlin damit altgedientester Bundestagsabgeordneter der Mark. Aber die Union kommt den Sozialdemokraten in weiteren fünf Wahlkreisen recht nahe. Die liegen vor allem im westlichen, nördlichen und südlichen Berliner Umland. Und in der Uckermark liefert sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Koeppen mit dem SPD-Bewerber ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Spannend sind auch Potsdam und das engere Umland. Erstmals seit 1990 gibt es kein rot-rotes Duell. Stattdessen liegt die CDU-Bundestagsabgeordnete Katherina Reiche, parlamentarische Staatssekretärin im Bund, knapp hinter der SPD-Abgeordneten Andrea Wicklein.

Überregional Aufsehen erregte der frühere Bundesrichter und Ex-Linke Wolfgang Neskovic, der als Einzelbewerber in Cottbus und Umgebung antritt. Doch derzeit sieht es nicht nach seinem Einzug ins Parlament aus. Bei den Linken hat wohl nur die Bundestagsabgeordnete Dagmar Enkelmann (Barnim-Oderland) die Chance auf ein Direktmandat. 2009 hatte die Linke in Brandenburg noch vier Direktmandate geholt. Thorsten Metzner

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