Brandenburg : Linkspartei und Grüne gegen Fahrpreiserhöhungen

Die geplante Fahrpreiserhöhung im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg stößt bei Linkspartei und Grünen auf Ablehnung. Die Fahrgäste seien keine Goldesel, betonte die Verkehrsexpertin der Linksfraktion im Landtag.

Potsdam - Grünen-Landeschef Axel Vogel nannte entsprechende Pläne "fantasielos und schädlich". Die Politiker reagierten damit auf Medienberichte, wonach die Fahrpreise im VBB ab 1. Januar 2007 steigen werden.

Die Tariferhöhung soll im Durchschnitt drei Prozent betragen. Begründet wird das mit steigenden Kraftstoff- und Stromkosten sowie mit sinkenden Nahverkehrssubventionen der Länder Berlin und Brandenburg sowie der Städte und Landkreise. So verringerten sich die Zuschüsse für die Verkehrsunternehmen von 165,5 Millionen Euro im Jahr 2004 auf 145,7 Millionen Euro im Jahr 2006. Der Aufsichtsrat des VBB will am 25. Oktober über eine Tarifanhebung entscheiden.

Linkspartei: Sozial Schwache werden ausgegrenzt

Die Verkehrsexpertin der Linkspartei im Landtag Anita Tack betonte, weitere Fahrpreiserhöhungen seien unsozial. Sozial Schwache würden dadurch weiter von der Mobilität ausgegrenzt. Öffentliche Mobilitätsangebote gehörten zur sozialen Daseinsvorsorge, die der Staat zu leisten habe.

Aus Sicht von Vogel werden teurere Bus- und Bahntickets bei gleichzeitig sinkenden Benzinpreisen zu einem verstärkten Pkw-Pendelverkehr führen. Die Fahrpreiserhöhung sowie die unlängst angekündigte Abbestellung von Zugleistungen im Regionalverkehr seien direkte Folgen der Kürzung der Regionalisierungsmittel des Bundes. Die Rechnung dieser verfehlten Nahverkehrspolitik müssten die Bürger bezahlen. Hauptleidtragende seien die Fahrgäste in den ländlichen Regionen, die längere Strecken zu vergleichsweise höheren Preisen zurücklegen müsst. (tso/ddp)

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