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Brandenburg : Neugeborenes Mädchen in Hauseinfahrt abgelegt

Vor einem Einfamilienhaus im brandenburgischen Panketal hat eine Bewohnerin ein neugeborenes Baby gefunden. Von der Mutter des unterkühlten Mädchens fehlt jede Spur.

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SymbolbildFoto: dpa/Patrick Pleul

Die Bewohnerin eines Hauses in Panketal in Brandenburg (Landkreis Barnim) hat in ihrer Einfahrt am Sonntagabend gegen 21.50 Uhr ein neugeborenes Baby gefunden und die Polizei alarmiert. Das Mädchen war unterkühlt aber unverletzt und die Nabelschnur nicht richtig abgetrennt, wie die Polizei am Montag mitteilte.

Das Neugeborene war in eine Decke gewickelt. Rettungskräfte brachten das Mädchen in das nur wenige Hundert Meter von der Einfamilienhaussiedlung an der Wiener Straße entfernte Krankenhaus in Berlin-Buch. Spezialisten der Kriminalpolizei haben die Ermittlungen übernommen und das Gelände rund um das Haus unter anderem mit Spürhunden abgesucht. Auch am Dienstagvormittag gab es keine neuen Erkenntnisse. "Dem Mädchen geht es zunehmend besser", teilte Polizeispreche Ingo Heese mit. Die Polizei hat eine Ermittlergruppe eingesetzt, die sich auch mit den Fällen der ausgesetzten Säuglinge in Buch und Pankow befassen soll.

Polizei bittet um Hinweise

Die Kriminalpolizei bittet in diesem Fall um Hinweise aus der Bevölkerung: Wer hat am späten Abend des 27. August Personen in der Wiener Straße beobachtet, die sich auffällig bewegten/verhielten? Wer kennt Frauen, die bis zum 27. August schwanger waren und jetzt ohne Kind unterwegs sind? Die Polizei Brandenburg hofft darauf, dass sich die Mutter des kleinen Mädchens noch meldet. Hinweise nimmt sie unter der Telefonnummer 03338-361 0 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Ein Sprecher der Polizeidirektion Ost sagte dem Tagesspiegel, dass es in den vergangenen Jahren in der Region nur einen ähnlichen Fall gegeben habe: Im Mai 2014 war ein totes Baby auf einer Wiese in der Uckermark, im Ortsteil Friedrichsthal, gefunden worden. Das Mädchen lag in einer Mülltüte und war schon mehrere Tage tot gewesen. Eine Obduktion hatte ergeben, dass der Säugling eines nichtnatürlichen Todes gestorben war. Der Fall wurde bisher nicht aufgeklärt.

Nur eine Babyklappe in Brandenburg

In Brandenburg gibt es nur eine einzige Babyklappe. Diese befindet sich im St. Josefs-Krankenhaus in Potsdam-Sanssouci. Seit ihrer Inbetriebnahme im Jahr 2003 wurden dort neun Babys abgelegt, sagte eine Sprecherin des Krankenhauses. Seit Mai 2014 gibt es in Brandenburg die Möglichkeit einer „vertraulichen Geburt“, die es Müttern ermöglicht, vorerst anonym zu bleiben. Die Personendaten der Mutter werden dabei gespeichert, bleiben aber mindestens bis zum 16. Geburtstag des Kindes unter Verschluss.

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