Brandenburger CDU : Entscheidung über Schönbohm-Nachfolge Anfang 2007

Der Wahlparteitag der Brandenburger CDU soll Ende Januar in Frankfurt (Oder) darüber entscheiden, wer die Nachfolge von Landesparteichef Jörg Schönbohm antritt.

Potsdam - Parteichef Jörg Schönbohm, der den Posten abgeben will, hat den 27. Januar 2007 als Termin für den Parteitag vorgeschlagen. Der ursprünglich für November 2006 geplante Programmparteitag soll im Verlauf des Jahres 2007 gehalten werden. Über die Empfehlungen entscheidet der Landesvorstand, der am Freitag zusammenkommt.

Dem Sprecher zufolge wird auf dem Wahlparteitag die CDU-Bundesvorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet. Die bisherigen Bewerber um das höchste Amt der märkischen CDU sind Partei-Vize und Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns sowie der im Zuge der E-Mail-Affäre vom Amt des Generalsekretärs zurückgetretene Sven Petke. Junghanns ist der Wunschkandidat Schönbohms. Ob die Kandidaten sich im Nachfolge-Rennen Rededuellen stellen sollen, wollten die Kreisverbände jeweils in Eigenregie entscheiden.

Nachfolger muss Profil der Union stärken

Vor der Sitzung war die Erwartung geäußert worden, dass der Nachfolger Schönbohms das Profil der Union schärfen müsse. Es werde "höchste Zeit", dass das Profil der Union deutlicher werde, sagte die Vorsitzende des Kreisverbandes Brandenburg/Havel und Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann. Aus dieser Kritik klammerte sie ausdrücklich die Wirtschaftspolitik von Junghanns aus. Damit sei sie "sehr zufrieden". Mit Blick auf die Stimmung in ihrem Verband sagte Tiemann, die Mitglieder seien noch "sehr offen", ob sie für Petke oder Junghanns als Nachfolger Schönbohms votierten.

Trotz E-Mail-Affäre und Kampfkandidatur um den Parteivorsitz sieht Vorstandsmitglied Tiemann die Regierungsfähigkeit der märkischen Union "nicht in Gefahr". Allerdings müssten Junghanns und Petke im Rennen um den CDU-Chefsessel darauf achten, dass die Partei nicht auseinander dividiert werde.

Stimmungsbild ist uneinheitlich

Zugleich ließen Verbände-Chefs durchblicken, welchem der beiden zur Wahl stehenden Kandidaten sie zuneigen. Das Stimmungsbild war uneinheitlich. Der CDU-Chef des Kreises Havelland, Dieter Dombrowski, forderte angesichts des schlechten Wahlergebnisses bei der letzten Landtagswahl eine "Neuorientierung" der Partei. Die CDU in Brandenburg benötige ein "eigenständiges Profil", damit sie in der Koalition mit der SPD erkennbar bleibe. Unter Verweis auf einen Kreisparteitag wollte Dombrowski seine Kandidaten-Präferenz noch nicht öffentlich nennen. Er wird jedoch zum Petke-Lager gezählt.

Der uckermärkische CDU-Vorsitzende Jens Koeppen tendiert ebenfalls zu Petke als Schönbohm-Nachfolger. Dieser sei - anders als oft behauptet - "kein Polarisierer". Koeppen hatte Petke bereits für den Start beim Kandidatenwettstreit gelobt. Denn dieser werbe mit einem guten Programm. Justizministerin Beate Blechinger sieht ihren Kreisverband Märkisch-Oderland dagegen "klar" auf Seiten von Junghanns. In der E-Mail-Affäre hatte die Vorsitzende Petke zum vorübergehenden Amtsverzicht aufgerufen. (tso/ddp)

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar