Berlin : Brandenburger Tor: Bald verhüllt - und viele Fragen offen

erk / bw

Bei den jetzt bekannt gewordenen Sanierungsplänen für das Brandenburger Tor sind viele Fragen noch offen. Zehn Jahre nach der umfangreichen Instandsetzung des Brandenburger Tores ist nun eine Tiefenreinigung des über 200 Jahre alten Gemäuers notwendig, ergab ein Gutachten der Senatsbauverwaltung. Wann mit den Arbeiten begonnen wird und wie lange sie dauern werden, kann die Behörde im Moment noch nicht sagen. Sie plant, gleichzeitig mit der Säuberungsaktion den Pariser Platz zu pflastern. Trotz Behinderungen soll das Tor aber zu keinem Zeitpunkt für den Durchgangsverkehr gesperrt werden.

Die Sanierung soll nach Angaben der Bauverwaltung von Sponsoren finanziert werden. Welche Unternehmen sich daran beteiligen und wie viele Millionen die porentiefe Reinigung des Bauwerks kostet, prüft die Bauverwaltung gegenwärtig. Die tief in den Stein wirkende Reinigungsmethode, die man vor zehn Jahren noch nicht zur Anwendung gebracht hatte, wie auch ein Schutzfilm gegen Farbschmierereien seien zeitaufwendig. Eine Renovierungszeit von einem guten Jahr hält die Bauverwaltung deshalb für realistisch. Es ist denkbar, dass erst 2001 mit den ersten Arbeiten begonnen wird.

Gleichzeitig mit der geplanten Säuberung des Tores will die Bauverwaltung den Pariser Platze pflastern. Dazu sollen jedoch weder Platz noch Tor vollständig gesperrt werden. Zwar könne man eine einzelne Behinderungen nicht ausschließen, eine Vollsperrung für den fließenden Verkehr sei jedoch nicht geplant, erklärte die Pressesprecherin der Senatsbauverwaltung Petra Reetz.

Alle Fragen müssten erst geprüft und mit dem Landesdenkmalamt abgesprochen werden. Zu den Beteiligten zählen auch der oder die Sponsoren, mit denen die Bauverwaltung einen Vertrag zu schließen habe. Dort steht man noch in Vorverhandlungen. Diese Sponsoren hatte dem sicheren Vernehmen nach die Stiftung Denkmalschutz mit ihrem Geschäftsführer Helmut Engel interessieren können. Die private Stiftung besteht seit 1999 und hat es sich zur Aufgabe gemacht, für den Denkmalgedanken einzutreten und private Gelder für Denkmalschutzprojekte einzuwerben. Um die Bereitschaft der möglichen Sponsoren nicht zu gefährden, bewahrt die Stiftung gegenüber der Öffentlichkeit betonte Zurückhaltung. Bei oberflächlicher Reinigung des Tores vor zehn Jahren hatte man den Stein mit einer Grundierung gegen Farbschmierereien überzogen. Diese Schicht ist jedoch in den vergangenen Jahren verwittert und verlor ihre Schutzwirkung auch gegen andere Angriffe wie Abgase und Staub. Mit der Tiefenreinigung sollen auch mehrere bekannte ungefährliche Risse im Sandstein des Tores ausgebessert werden. Die metallene Quadriga ist von allem ausgenommen.

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