BRANDENBURGER VERBRECHENSSTATISTIK : Nur jeder fünfte Autodiebstahl wird aufgeklärt

AUFKLÄRUNGSRATE NIEDRIG

Selbst für den Polizeipräsidenten des Landes, Arne Feuring, ist die Entwicklung „bedrohlich“. Die Aufklärungsquote sank 2011, das von der umstrittenen Polizeireform geprägt war, auf den bisherigen Tiefstand von 51 Prozent, drei 3 Prozent weniger als 2010. Die Zahl ist deutlich schlechter als in fast allen anderen Flächenländern. Zu Zeiten von Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) waren es 59 Prozent.

KRIMINALITÄT HOCH

Zwar wurden in Brandenburg erstmals weniger als 200 000 Straftaten registriert, drei Prozent weniger als 2010. Auch bei Gewalttaten gehöre Brandenburg zu den sichersten Ländern in Deutschland, betonte Innenminister Dietmar Woidke (SPD). Doch insgesamt hält Brandenburg unter den Flächenländern bei der Kriminalitätsbelastung mit 7896 Straftaten je 100 000 Einwohner weiter den Spitzenplatz.

MEHR DIEBSTÄHLE

Diebstähle nahmen stark zu, 83 605 waren es, knapp 2400 mehr als im Vorjahr, wobei die Grenzregion und das Berliner Umland, Wohnungseinbrüche und KfZ-Diebstähle die Schwerpunkte sind. In Brandenburg werden täglich etwa zehn Autos gestohlen - zwei Fälle davon werden aufgeklärt wird. 3963 KfZ-Diebstähle gab es 2011, die Aufklärungsquote lag mit 17,3 Prozent so niedrig wie nie zuvor.

URSACHEN UND FOLGEN

Als einen Grund für den Negativtrend führte Woidke die Polizeireform an, durch die 2011 die „besten Kollegen monatelang in Aufbaustäben saßen“. Da die neuen Strukturen jetzt stünden, rechne er fest mit Verbesserungen im Jahr 2012. Für die CDU-Opposition im Landtag, aber auch die Gewerkschaften ist der „Offenbarungseid“ eine zwangsläufige Folge des Personalabbaus bei der Polizei. thm

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