Bernau : Haft für Rechtsextreme

Eine Ex-NPD-Funktionärin ist in Bernau zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Sie verstieß gegen den Jugendschutz

Bernau - Für Gesine H. sieht es schlecht aus. Die einschlägig bekannte Rechtsradikale ist am Montag vom Amtsgericht Bernau zu sieben Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden – und zwar unüblicherweise ohne Bewährung. Die Ex-NPD-Funktionärin soll in Biesenthal gegen den Jugendschutz verstoßen und sich der Volksverhetzung schuldig gemacht haben – allerdings ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. Über Lautsprecher soll H. indizierte, rechtsextreme Lieder abgespielt haben, im Beisein Minderjähriger. Erst kürzlich ist die Kameradschaft, der die Berlinerin nahe gestanden haben soll, nach mehreren Polizeieinsätzen verboten worden. Anfang November hatte Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) die Gruppe „Frontbann 24“ verboten. Dem Verfassungsschutz zufolge sollen ihr 40 bis 60 Mitglieder angehört haben.

Bei einer damaligen Razzia soll bei H. eine Hakenkreuzfahne gefunden worden sein. Die Gruppe hatte generell Uniformen und Zeichen als „Ausdruck einer den Nationalsozialismus glorifizierenden Gesinnung“ getragen. Sie knüpfe bewusst, so der Vorwurf, an den 1924 als Vorläufer der paramilitärischen SA gegründeten „Frontbann“ an.

Zum Prozess gegen H. reisten am Montag auch zehn Neonazis an, von denen Prozessbeobachter sagten, sie gehörten ebenfalls zum Umfeld der verbotenen Kameradschaft. Die Männer sollen bei der Verhandlung mehrere Zuschauer bedroht haben. In das Gelände am Rande von Biesenthal hatten sich Rechtsextreme im vergangenen Jahr vorübergehend eingemietet. Zu DDR-Zeiten war dort ein Stasi-Stützpunkt untergebracht, später ein Flüchtlingsheim.hah

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