Prozess gegen Grünen-Schatzmeister : Goetjes zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt

10.12.2012 13:40 UhrVon

UpdateDer ehemalige Schatzmeister der Brandenburger Grünen, Christian Goetjes, muss ins Gefängnis. Das Gericht sah den Vorwurf der gewerbsmäßigen Untreue in 261 Fällen als erwiesen an. Da Fluchtgefahr besteht, muss der Verurteilte sofort in U-Haft.

Der ehemalige Schatzmeister der Brandenburger Grünen Christian Goetjes.Bild vergrößern
Der ehemalige Schatzmeister der Brandenburger Grünen Christian Goetjes. - Foto: dpa

Der Ex-Schatzmeister der Brandenburger Grünen ist im Prozess um veruntreute Parteigelder zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Christian Goetjes muss sofort in U-Haft, da Fluchtgefahr bestehe. Die reguläre Haftstrafe muss er erst dann antreten, sobald das Urteil rechtskräftig ist.

Die Staatsanwaltschaft hatte für den 34-Jährigen drei Jahre und neun Monate Gefängnis gefordert. Im Plädoyer hielt die Staatanwaltschaft am Vorwurf der gewerbsmäßigen Untreue fest. Demnach soll sich Goetjes in 261 Fällen schuldig gemacht. Ingesamt soll er in der Zeit von Januar 2010 bis Februar 2011 ganze 270.000 Euro von den Parteikonten der brandenburgischen Grünen abgeräumt haben. Die Richter sahen die Vorwürfe als erwiesen an.

Goetjes Verteidiger hingegen hatte eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren gefordert, die zur Bewährung ausgesetzt werden soll. Er begründete dies mit dem Geständnis des Angeklagten und den Bemühungen, den Schaden wieder gut zu machen.

Genau daran aber gibt es erhebliche Zweifel. Goetjes hatte ausgesagt, dass er mit dem Parteigeld zwei Prostituierten aus Notlagen helfen wollte. Noch während des Prozesses war allerdings bekannt geworden, dass Goetjes in Berlin Geld mit einem Escort-Service mit bulgarischen Prostituierten verdient haben soll. Eine Bulgarin hatte ihn angezeigt, weil Goetjes ihr nachgestellt haben soll. In Berlin wird jetzt gegen Goetjes ermittelt.

Goetjes hatte zudem ausgesagt, dass er nur noch von Hartz IV-Leistungen lebe. Sollte er tatsächlich Einnahmen als Zuhälter gemacht haben und diese den Sozialbehörden verschwiegen haben, dann drohen ihm alle Hilfsgelder gestrichen zu werden, auch Rückforderungen könnten auf ihn zukommen. Zudem dürfte sich jetzt auch die Landespartei der Grünen bei ihm melden. Denn mit ihnen hatte sich Goetjes notariell darauf geeinigt, 65.000 Euro zurückzuzahlen, 35.000 Euro sind schon abgestottert. Monatlich zahlt er nach den bisherigen eigenen Angaben mithilfe der Eltern 1.000 Euro ab. Bislang glaubten die Grünen, eine machbare Lösung gefunden zu haben – für sich und den Ex-Schatzmeister.

Die Parteispitze hatte bereits nach Bekanntwerden der neuen Vorwürfe erklärte, die Grünen würden Anspruch auf die volle Summe erheben, wenn sich bestätigt, dass Goetjes zum Zeitpunkt der außergerichtlichen Einigung im Frühjahr dieses Jahres doch nicht so mittellos war.

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