Brandenburgischen Sommerkonzerte : Blühende Klanglandschaften

Beim Eröffnungskonzert der Brandenburgischen Sommerkonzerte präsentiert sich das Philharmonische Orchester Cottbus mit einem ebenso anregenden wie anspruchsvollen Programm.

von
Frisch gestrichen. Die Cellisten und anderen Musiker aus Cottbus bestreiten das Auftaktkonzert in Potsdam.
Frisch gestrichen. Die Cellisten und anderen Musiker aus Cottbus bestreiten das Auftaktkonzert in Potsdam.Foto: Marion Kross

„Ich liebe dieses Stück, denn es erinnert mich an die weiten Landschaften meiner Heimat.“ Wenn Evan Christ über Aaron Coplands Ballettsuite „Appalachian Spring“ redet, kommt er sofort ins Schwärmen. Christ wurde in Los Angeles geboren, wuchs in Las Vegas auf und hat 2008, mit nur 37 Jahren, den Posten des Generalmusikdirektors am Staatstheater Cottbus übernommen. So gerne er in der Lausitz arbeitet – manchmal packt ihn doch das Heimweh. Dann tröstet ihn Coplands Musik. Kein Wunder also, dass er den größten Erfolg seines Landsmannes hierzulande bekannter machen will. Zur Eröffnung der Brandenburgischen Sommerkonzerte wird er am 7. Juni um 18 Uhr „Appalachian Spring“ mit seinem Orchester in der Potsdamer Erlöserkirche aufführen.

Mit dem Gastspiel der Cottbuser startet das Festival in seine 24. Saison, die bis zum 7. September wieder zu klassischen Landpartien ins Umland einlädt, an 32 Orte in der Mark, von Putlitz bis Forst, von Neuküstrinchen bis Klein Glien. Ensembles wie der Rias Kammerchor und der Windsbacher Knabenchor werden dabei sein, der Tenor Daniel Behle wie auch der Pianist Olli Mustonen, das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin sowie die Kammerakademie Potsdam.Die Bigband der Deutschen Oper Berlin spielt am 10. August in Schönefeld auf dem Gelände des neuen Flughafen Berlin-Brandenburg.

Der Auftritt bei den Sommerkonzerten ist Christ auch deshalb wichtig, weil sich hier eine Gelegenheit bietet, sowohl Berliner als auch Potsdamer Publikum zu erreichen. Darum hat er zwei virtuose Werke ausgewählt, bei denen seine Leute zeigen können, auf welchem Niveau in Cottbus musiziert wird. Neben Coplands fantasievoll-folkloristischem „Appalachian Spring“, gewissermaßen einer Fortsetzung von Dvoraks „Sinfonie aus der Neuen Welt“, angeschärft durch Rhythmen à la George Gershwin, ist das Rimsky-Korsakows „Scheherazade“. Das Werk von 1888 ist eine der prachtvollsten sinfonischen Dichtungen überhaupt. In orientalisch-exotischen Klangfarben spürt der Komponist hier den Märchen aus 1001 Nacht nach. Die persische Prinzessin wird dabei von einer Solovioline dargestellt: „Das passt wunderbar zu unserer neue Konzertmeisterin Elena Soltan aus Kasachstan“, sagt Christ.

Zudem serviert der amerikanische Maestro eine Cottbuser Spezialität: Seit seinem Amtsantritt wird bei jedem Konzert auch eine Uraufführung gespielt, fünf Minuten Neue Musik. „Natürlich stieß das zunächst auf Widerstand bei den Abonnenten“, gibt Evan Christ zu. „Über die Jahre aber hat unser Publikum ein gutes Gespür für Qualität entwickelt und wird darum bei jedem neuen Stück anspruchsvoller.“ Das Geld für die Kompositionsaufträge knapst der Musikchef bei seinem eigenen Etat für Gastsolisten ab – aus Überzeugung, dass die klassische Musik nur dann lebendig bleiben kann, wenn sich das Repertoire weiterentwickelt.

Weitere Infos gibt es unter www.brandenburgische-sommerkonzerte.de

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben