• Brandmelder nur in den wichtigsten Gebäuden Wie Berlins Schlösser und Museen gegen Feuergefahr gesichert sind

Berlin : Brandmelder nur in den wichtigsten Gebäuden Wie Berlins Schlösser und Museen gegen Feuergefahr gesichert sind

Thomas Loy

Türen schließen, die Besucher herausbringen und ran an die Feuerlöscher. Für den Brandfall sei man geschult worden, sagt eine Besucherbetreuerin im Schloss Charlottenburg. Total geschockt habe sie gestern am Radio gesessen, als die Nachricht vom Brand im Jagdschloss Glienicke verbreitet wurde. Genug Brennbares gebe es hier ja auch, allein die Parkettfußböden, das Treppengeländer. Kann so etwas wie in Glienicke denn auch hier passieren? Eine ältere Kollegin winkt ab. „Das Jagdschloss gehört ja nicht zu uns. Das ist das Land Berlin.“ Die Frage nach Brandmeldern weckt ihren professionellen Verdacht. „Wollen Sie etwa Feuer legen?“

In den Gemächern Friedrich-Wilhelms IV. im Obergeschoss des Schlosses gab es 1943 ein verheerendes Feuer. Fast das gesamte Inventar wurde zerstört – bis auf die holzgetäfelte Bibliothek. Dort ist an der Decke ein Brandmelder zu erkennen, der bei Rauchentwicklung automatisch Alarm auslöst. In den übrigen Räumen hängen nur Lüster an der Decke – oder lose Drähte. Torsten Schmandke, Brandschutzexperte bei der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, gibt Entwarnung: Aus Denkmalschutzgründen seien viele Brandmelder quasi unsichtbar angebracht. Schloss Charlottenburg gehöre zu den „wichtigsten Gebäuden“ der Stiftung, die an eine durchgehend besetzte Wachzentrale angeschlossen sind. Wenn ein Brandmelder Alarm schlägt, wird von dort aus sofort die Feuerwehr gerufen – auch wenn sich der Alarm später als falsch erweist.

Solche Brandmeldeanlagen sind allerdings sehr teuer, deutet Schmandke an. Da müsse man bei der Sanierung von Schlössern auch auf das Budget achten. Nicht alle Gebäude werden also eine Anlage erhalten. Schloss Babelsberg hat Glück gehabt: Bei der anstehenden Sanierung wird auch brandschutztechnisch aufgerüstet.

Die Staatlichen Museen zu Berlin sind „durchgehend“ mit Brandmeldern ausgerüstet, sagt Gisela Holan, Leiterin der Bautechnik. Im Zuge der Sanierungsarbeiten etwa auf der Museumsinsel würden Hydranten erneuert, feuergefährliche Holztüren ausgetauscht und Fluchtwege gekennzeichnet. Der Brandschutz genieße generell eine „außerordentliche Priorität“ im Haus. Günstigerweise wird die Museumsinsel von Spreewasser umspült – so gibt es beim Löschen keine Nachschubprobleme.

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