Berlin : Brandstifter gesucht: Seit 1991 über 50 Brände

weso

Seit 1991 sucht die Polizei einen Brandstifter, der bisher mindestens 56 Brände in Pankow und Prenzlauer Berg gelegt haben soll. Zuletzt schlug der Feuerteufel gestern früh gegen 5.40 Uhr an der Stargarder Straße 14 in Prenzlauer Berg zu. Die noch acht Mieter des Sanierungshauses mussten während der Löscharbeiten das Gebäude verlassen. Eine Hausbewohnerin hatte das Feuer im Dachgeschoss bemerkt und die Feuerwehr benachrichtigt.

Wie in zahlreichen Fällen zuvor war der Brandstifter auch in diesem Fall vermutlich über das Gerüst bis zum Dach gestiegen und hatte es anschließend auf demselben Weg wieder verlassen. Ebenso häufig gelangte der Täter durch die nicht verschlossenen Haustüren in Gebäude. Die Polizei rät daher, die Türen zu verschließen. Hinweise auf den Mann gibt es nicht: "Er kommt im Dunkeln, und er geht im Dunkeln", sagte ein Brandermittler im Landeskriminalamt. Alle bisher einschlägig bekannt gewordenen Brandstifter wurden überprüft, aber einer nach dem anderen fiel aus dem Raster.

Deutlich höher lag der Sachschaden bei einem Brand am 28. September an der Paul-Robeson-Straße. Damals war der gesamte rund 500 Quadratmeter große Dachstuhl ausgebrannt, rund 40 Mieter mussten in den frühen Morgenstunden ihre Wohnungen verlassen. Verletzt wurde auch damals niemand. Auch diese Tat wird dem bisher unbekannten Brandstifter zugeschrieben.

Sein zerstörerisches Werk begann der Unbekannte nach den Ermittlungen der Kriminalpolizei 1991. Damals legte er in Häusern an der Wollankstraße zwischen dem Pankower Rathaus und der Thulestraße Feuer. Seit Anfang des Jahres hat der Brandstifter ganz offenbar sein Terrain gewechselt und zündelt nun in Prenzlauer Berg. Warum dies so ist, darüber kann die Kripo nur spekulieren: Vielleicht zog der Brandstifter um, möglicherweise war ihm aber auch die Polizei in Pankow bereits zu dicht auf den Fersen. Zwischen den Taten liegen meist mehrere Wochen, oftmals sogar mehrere Monate Pause.

Da Brandstifter selten Spuren hinterlassen und die Kripo auf Zeugenaussagen angewiesen ist, sind die Ermittlungen schwierig. Die durchschnittliche Aufklärungsquote bei Branddelikten liegt daher mit 20 Prozent ausgesprochen niedrig.

Im Juni war in Reinickendorf ein Brandstifter nach mehreren Monaten festgenommen worden. Er hatte über 70 Mal Feuer gelegt. Um ihn zu fassen, waren bis zu 2300 Polizisten eingesetzt worden.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar