Berlin : Brandstifter von Marzahn ist erst zehn Jahre alt

kf

Seit Mitte Januar war die Polizei dem "Feuerteufel" auf der Spur, nun glaubt sie, ihn gefunden zu haben. Ein zehnjähriger und damit strafunmündiger Junge ist nach Polizeiangaben für die Brandserie in Marzahn verantwortlich. Seit Mitte Januar waren in der Nähe der Havemannstraße immer wieder Altpapier-Container in Feuer aufgegangen. Und auch in das Wohngebiet zwischen Blumberger Damm und Ahrensfelder Berge musste die Feuerwehr seitdem ungewöhnlich häufig ausrücken.

Insgesamt wurden in der Gegend seit Mitte Januar 35 Papier-Container in Brand gesetzt. Der 10-Jährige ging dabei nach Polizeiangaben durchaus wählerisch vor: Er zündelte ausschließlich an blauen Containern. Direkt daneben stehende rote, gelbe und grüne Behälter blieben stets unbeschädigt. Außerdem begann der Junge seiner Feuer-Tour nie vor 7 Uhr und nie nach 20 Uhr.

Inzwischen hat der 10-Jährige zugegeben, über die Hälfte der Brände gelegt zu haben. Doch die Polizei glaubt nicht, dass dies die ganze Wahrheit ist. "Aufgrund von Zeugenaussagen und weiterer Ermittlungen gilt er auch für die anderen Taten als dringend verdächtig", sagt ein Polizeisprecher. Außerdem sollen noch vier kleinere Brände in Häusern und ein Feuer auf den Straßenbahngleisen auf das Konto des Kindes gehen.

Doch es dürfte weniger kriminelle Energie als Verzweiflung gewesen sein, die den Jungen immer wieder zum Feuerzeug greifen ließ. Solange der 10-Jährige in einer Pflegefamilie lebte, kam er mit dem Gesetz jedenfalls nicht in Konflikt. Erst als er zu Beginn des Jahres zu seiner Mutter zurückkehren sollte, begann er zu zündeln. Jetzt wohnt der Junge in einem offenen Kinderheim. Am vergangenen Montag war er auf dem Weg zur Schule verschwunden. Gegen 19.30 Uhr griffen Anwohner das Kind in einem Treppenhaus auf, nachdem es dort zwei Lichtschalter entzündet hatte. Kurz zuvor hatte er nach den Vermutungen der Polizei mal wieder zwei Container in Rauch aufgehen lassen. Blaue natürlich.

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