• Brandstiftungs-Serie: Wieder Verdächtiger festgenommen - Der 33-Jährige bestreitet Vorwürfe

Berlin : Brandstiftungs-Serie: Wieder Verdächtiger festgenommen - Der 33-Jährige bestreitet Vorwürfe

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Unter dem Verdacht, der seit Anfang April gesuchte Reinickendorfer Serienbrandstifter zu sein, nahmen Polizeibeamte in Zivil in der Nacht zu gestern einen 33-jährigen Mann fest. Kurz zuvor hatte ein Am Waidmannseck geparkter VW-Bus gebrannt. Der 33-Jährige, der in der Nähe des Tatorts wohnt und zu Fuß unterwegs war, hat bisher die Vorwürfe bestritten. Er ist bereits der neunte Verdächtige, der im Zusammenhang mit der Brandserie festgenommen wurde. Bei allen bisherigen Festgenommenen bestätigte sich der Verdacht allerdings nicht. Sie wurden von der Polizei wieder auf freien Fuß gesetzt.

Seit Monaten sind Nacht für Nacht zahlreiche Polizeibeamte in Zivil im Reinickendorfer Norden eingesetzt. Immer wieder waren in Wittenau, Waidmannslust, Hermsdorf und Lübars parkende Autos angezündet worden. Der bisher entstandene Schaden wird inoffiziellen Schätzungen zufolge mit rund einer Million Mark angegeben.

Nachdem Polizeibeamte gestern früh gegen 0.25 Uhr den brennenden VW-Bus entdeckt hatten, wurden sofort alle in der Nähe befindlichen Passanten kontrolliert. Vier schieden als Täter aus, der fünfte dagegen weckte den Verdacht der Beamten. Was ihnen allerdings auffiel, wurde gestern nicht mitgeteilt. Aber es wies auf denjenigen hin, der dem brennenden Fahrzeug am nächsten war. In seiner Tasche hatte der 33-jährige Mann ein Feuerzeug, aber auch Zigaretten hatte er bei sich.

Er wurde gestern fast den ganzen Tag über von den Beamten des ermittelnden Brandkommissariats im Landeskriminalamt vernommen. Gestanden habe er die ihm zur Last gelegten Taten nicht, sagte ein Beamter. Aber: "Vom Gefühl her haben wir den Richtigen - aber das Gefühl bringt uns keinen Haftbefehl." Heute sollen die Vernehmungen fortgesetzt werden. Deren Ergebnisse werden zeigen, ob dann auch Haftbefehl beantragt wird.

Insgesamt waren seit Beginn der Brandserie 60 Feuer in dem betreffenden Gebiet gelegt worden. In 50 Prozent der Fälle waren Autos betroffen. Der Brandstifter war verschiedenen Zeugen zufolge vermutlich mit einem Fahrrad unterwegs. Teilweise lagen die Tatorte weit auseinander. Der Brandstifter benutzte bisher auch keinen Brandbeschleuniger wie Benzin oder Spiritus bei seinen Taten, sondern hielt sein Feuerzeug solange an die Plastikteile von Autos, bis diese Feuer fingen.

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