Berlin : Brasilien, Betten und Buletten

Benefizgottesdienst in der katholischen Gemeinde Maria Frieden in Mariendorf

G,a Bartels

In Maria Frieden geht es an diesem Sonntag nicht ums Seelenheil, sondern um Betten, Schränke und Tische für Brasilien. Die Katholische Kirchengemeinde in Mariendorf macht einen Aktionstag mit Familienmesse und anschließendem Fest für die „Fazenda da Esperanca“. Auf der 300 Hektar großen Farm in der Nähe der Millionenmetropole Belo Horizonte finden drogenabhängige, brasilianische Straßenkinder eine neue Heimat. Gemeindepfarrer Mathias Laminski erzählt begeistert von Brasilien und der „Farm der Hoffnung“, die er mitaufgebaut hat, und bittet um Geld für Möbel.

Ein schneidender Wind fegt zwischen Glockenturm und der Kirchentür von Maria Frieden hindurch. Und drinnen ist der zackige Betonbau auch nicht gerade gemütlich. Trotzdem sind ein paar Brasilianer in weißen T-Shirts gekommen, die Mitglieder der Band „Oxente“. Ihre eleganten Rhythmen lassen die heimischen Kirchenhymnen trotz einiger Soundprobleme ziemlich ungelenk klingen und sorgen für spürbar mehr Wärme in der prall gefüllten Kirche.

„Wir wollen diesen Gottesdienst für die Kinder und Jugendlichen auf den Straßen Lateinamerikas feiern“, ruft Pfarrer Laminski. Klar, dass die jüngeren Gemeindemitglieder die Messe mit Spielszenen aus dem brasilianischen Alltag dominieren. Einer spielt den 9-jährigen Ricardo, der in einer Favela lebt, Klebstoff schnüffelt und sich vom Müll geholte Bananenkartons zum Nachtlager zusammenbaut.

Dazu predigt Laminski klare Worte wie Jesus in seiner Bergpredigt: Jeder soll die Welt verändern, Frieden stiften, Gerechtigkeit schaffen, Nächstenliebe üben. „Gerade hier bei uns, wo es sonst immer nur um das Thema Sparen geht, brauchen wir den Blick nach draußen. Wir sind Empfangende, wenn wir geben“. Dass das Spaß machen kann, zeigt ein Blick ins gelb- grün dekorierte Gemeindezentrum. „Nu’ will ick mir mal so ’ne brasilianische Bulette reinpfeifen gehen“, posaunt ein davor stehender Gottesdienstbesucher gut gelaunt ins Handy.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben