Berlin : Brate mal

Er gilt als Meister der eleganten kulinarischen Bodenständigkeit. Siegfried Danler verrät in zwei Workshops, wie Sonntagsbraten noch viel besser schmecken als bei Muttern.

von und Eine Serie von Susanne Leimstoll
Da schau her! Wenn ein Österreicher nichts vom Sonntagsbraten verstünde – wer dann? Sternekoch Siegfried Danler vom brandneuen Restaurant Pauly-Saal in Mitte bereitet ihn mit Workshop-Teilnehmern auf leichte Art. Foto: Kai-Uwe Heinrich
Da schau her! Wenn ein Österreicher nichts vom Sonntagsbraten verstünde – wer dann? Sternekoch Siegfried Danler vom brandneuen...

Die deutsche Gastronomie wäre ärmer ohne österreichische Köche, und deshalb kommt immer mal wieder einer vorbei. Der gebürtige Salzburger Siegfried Danler allerdings hat schon einen großen Teil seines Berufslebens im Norden verbracht, unter anderem als Küchenchef im Hamburger „Canard“. Doch dann landete er erst einmal in der Algarve, holte sich im dortigen „Amadeus“ selbst einen Michelin-Stern. Welche Steigerung käme noch in Betracht? 

Berlin, selbstredend, Danler, jetzt 42 Jahre alt, hat immer gute Kontakte in die Stadt gepflegt, kennt viele hiesige Köche von gemeinsamer Arbeit. Deshalb war es keine allzu große Überraschung, dass er gerufen wurde, um aus dem „Pauly-Saal“, dem neuen Glitzerding in Berlins Mitte, ein richtig gutes Restaurant zu machen. Differenzen mit seinem portugiesischen Geschäftspartner hatten die Amadeus-Jahre vorher ohnehin beendet.

Ein paar Wochen nach der Eröffnung zur Berlinale lässt sich nur ahnen, ob er das angepeilte Ziel erreichen wird – aber wir freuen uns, dass wir diesen Meister der eleganten kulinarischen Bodenständigkeit schon in der Startphase für einen Workshop mit Tagesspiegel-Lesern gewinnen konnten.

Wer dabei ist, wird also nicht nur mit Siegfried Danler köstliche Schmorgerichte zubereiten, sondern auch einen vermutlich ersten Blick in das neue Restaurant in der ehemaligen Jüdischen Mädchenschule in der Auguststraße werfen können. Die Macher Boris Radczun und Stefan Landwehr, erfolgreich mit dem „Grill Royal“ haben den hohen, denkmalgeschützten Raum mit großem Aufwand gestaltet und ihn mit einer verglasten Schauküche akzentuiert. Es gehe ihnen um die Küche und nicht um eventuelle prominente Gäste, hieß es – allerdings waren Brad Pitt, Herbert Grönemeyer und Naomi Campbell schon da.

Ausgebucht ist das Haus aber so oder so seit dem Eröffnungstag. Am Anfang war es nur abends geöffnet, soll nun aber auch zur guten Mittagsadresse in einer bisher eher touristisch als kulinarisch interessanten Gegend werden. Bernd Matthies

Restaurant Pauly-Saal, Auguststr. 11 bis 13, Mitte, Telefon 33 00 60 70. Täglich ab 18 Uhr, Mittagsöffnung ab März geplant. Hauptgerichte 25/38 Euro.

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