"Bread and Butter"-Messe : Drei neue Bereiche in den Mode-Hangars

Accessoires, Traditionelles, Limitiertes: Die Koffer rollen wieder im stillgelegten Flughafen Tempelhof.

Constanze Bilogan
Abhängen. Jeans gibt es in allen Waschungen und Farben.
Abhängen. Jeans gibt es in allen Waschungen und Farben.

Am Mittwoch öffnet Berlins größte Modemesse Bread & Butter für Einkäufer, Journalisten und Modeexperten aus der ganzen Welt. An drei Tagen können rund 100 000 Besucher die Winterkollektionen für die Saison 2012/13 der mehr als 600 Aussteller begutachten, sich untereinander vernetzen und austauschen. „Berlin ist die richtige Stadt für diese Messe“, sagt B&B-Gründer Karl-Heinz Müller, „alle sind aufgeregt, hier herzukommen.“

Unter dem Motto „High Fidelity“ gibt es auch in diesem Jahr wieder einige Neuerungen. Zusätzlich zu den bereits etablierten Bereichen wie der Jeans-Area „Denim Base“ oder der schickeren „Style Society“ wurden drei zusätzliche Areas geschaffen. Sie sollen eine noch differenziertere Einteilung der einzelnen Marken erlauben. So finden sich im neuen „Treasury“-Bereich nur Accessoires-Labels. Von Koffern über Schmuck bis zu Nierenwärmern trifft hier Handwerk auf moderne Produkte mit Marken wie Uslu Airlines, Kidneykaren oder Barts. Das Segment „L.O.C.K.“ (Labels of Common Kin) wird ums „Fire Department“ erweitert. Hier sind meist inhabergeführte Marken mit langen Traditionen untergebracht, Qualität soll im Fokus stehen. Im Bereich „L.O.C.K.“ findet der Besucher Nudie Jeans, Dr. Martens oder Schiesser Revival. Als Erweiterung der „Sport & Street“- Fläche präsentieren sich im neuen „D.O.C.K“ (Department of Contemporary Keynotes) Streetwear-Marken mit limitierten Kollektionen. Mit dabei sind etwa New Era oder Strellson. „Der Casual-Bereich wächst mehr und mehr. Es ist der stärkste Part der Textilindustrie,“ sagt Müller.

Trotz der Erweiterungen fällt beim Blick in den Ausstellerkatalog – der „Brand Bible“ – auf: Einige große Namen im Jeanssegment fehlen. Diesel, Meltin ’ Pot oder Replay – die Italiener scheinen der Messe diese Saison den Rücken zu kehren. Dennoch findet Müller: „Wir sind die Generation Jeans. Wir haben Jeans immer getragen und werden es unser Leben lang tun.“

Für hungrige Messebesucher werden auf dem Gelände acht Themenrestaurants und -bars geboten. Dieses Mal mit dabei: Berlins Kult-Wurst von Curry 36.

Um das Messegeschäft herum gibt es ein Programm mit allabendlichen Parties. Im High Voltage Club ist ab 20 Uhr eine Show der Artistengruppe Fuerza Bruta zu sehen, gefolgt von internationalen DJs. Für die Abende werden Tickets auch an branchenfremde Berliner verlost. Für Smartphone-Nutzer wurde eine neue App entwickelt. Sie bietet Lagepläne, eine Übersicht aller Veranstaltungen, sowie Ausgeh- und Unterkunfttipps.

Auch in dieser Saison können Besucher das Projekt „Bread & Butter for Charity“ unterstützen, indem sie speziell entworfene Produkte erwerben. Der Erlös geht an den Laughing Hearts e.V. zur Unterstützung von Berliner Kinderheimen.

Erfahrungsgemäß ist die Stimmung im Winter nicht ganz so gelöst wie im Sommer. Das mag auch am schlechten Wetter liegen. Müller hat eine andere Theorie: „Die Stimmung in der Branche ist angespannt, denn der Winter blieb bisher aus. Die schweren Jacken und Mäntel bleiben deshalb in den Läden hängen. Umso wichtiger ist es jetzt, auf neue Themen zu setzen. Trotzdem wird Wolle auch im nächsten Winter wieder Trend sein, und: Männer tragen Anzüge!“

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