Berlin : Bretter, die den Kick bedeuten

Raus auf Wasser – als Trendsportler. Windsurfen und Wakeboarden kann man auch hierzulande lernen

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Spaß auf dem Wasser – mit Kanu oder Segeljolle, auf Wasserskiern oder als Taucher: Auf jeder Sonderseite zur Serie stellen wir ein maritimes Vergnügen in Berlin und Brandenburg vor.

Ist lange her, dass Männer in Regenjacken auf eigenartigen Plastik-Bügelbrettern durch die Havel pflügten. An Segeln hängend, die an aufgeblähte Bettlaken erinnerten. Schwer und unbeweglich waren die ersten Surfboards. Windsurfen war mal Privileg von Oberschichtlern mit einem Hang zum Verrückten. Heute leben weltweit hunderte Profis von diesem Sport mit Millionen-Werbeetats.

Peter Raatz heißt der Mann, der das Windsurfen nach Berlin brachte. Er hatte in einer Yacht- Zeitschrift von Jim Drake gelesen, einem amerikanischen Entwicklungsingenieur bei der Nasa, und dessen Entwicklung. Raatz bat seine Schwester, bei den Surf-Pionieren in Südkalifornien vorbeizuschauen. Wenig später stand er selbst auf einem von sechs nach Europa verschifften Boards auf dem Wannsee. Er gründete den „Wind Surfing Verein“ am Großen Fenster. Das war 1972.

Heute wirbt der Club damit, der älteste Surfverein der Welt zu sein. Er zählt 300 Mitglieder. Allein in Berlin gibt es, nach Schätzungen einschlägiger Fachgeschäfte und des Seglerverbandes, 15000 Windsurfer. In den 90ern gab es noch eine kommerzielle Ausleih- und Schulungsstation am Großen Fenster, heute gibt es noch das Surfer-Schiff des Windsurfing-Vereins „Windanna.“ Surferausrüstung kann man am Müggelsee und am Wandlitzsee mieten. Aus den Bügelbrettern von einst sind moderne Sieben- Kilo-Bretter geworden, und aus den Bettlaken federleichte Profilsegel. Zudem haben sich aus dem Surfen jüngere Trendsportarten entwickelt. „Kitesurfen“ etwa: Kitesurfer lassen sich mit ihrem Brett von einem Gleitschirm übers Wasser ziehen. Der besondere Reiz sind die Sprünge. In Berlin allerdings ist es nicht zu empfehlen: zu wenig Wind, überfüllte Gewässer.

Wakeboarder finden da schon leichter ein Revier in der Gegend – auf der Unteren Havel, am Bernsteinsee in Velten oder in Großbeeren. Wakeboarden ist eine Variante des Wasserskilaufens: Man lässt sich von Boot oder Lift ziehen, fährt aber nicht auf zwei langen Brettern, sondern auf einem kurzen Board. mne

Surfen und Wakeboarden am Wannsee (siehe Kompass). Reviere in Brandenburg im Internet www.surfing-brandenburg.de, www.bernsteinsee-velten.de oder auch www.funpool.de/wasser.php. Am 2. Juli trägt Großbeeren das Finale der inoffiziellen Wakeboard-Europameisterschaft aus.

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