Brettspiel "Bürokratopoly" : Die DDR - ein Kinderspiel

Das DDR-kritische Spiel "Bürokratopoly", von einem Oppositionellen in den 80er Jahren erdacht, ist wieder zu haben. Unser Kolumnist freut sich schon auf den nächsten Spieleabend.

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Spielend DDR-Geschichte lernen: Bürokratopoly Foto: dpa
Spielend DDR-Geschichte lernen: BürokratopolyFoto: dpa

Die Schlossallee? Geschenkt! Die vier Bahnhöfe? Peanuts! „Gehe ins Gefängnis!“ Na und! Dies waren einige jedem geläufige Details aus „Monopoly“. Bekanntlich ist das ein Spiel, von dem manche meinten, es sei des Teufels, wegen vermeintlicher Einübung in die Mentalität des Raubtierkapitalismus. Hat dem Erfolg des Spiels nicht weiter geschadet, längst gibt es weltweit Varianten. Und selbst ein DDR-Modell ist überliefert, lange vergessen, am Montag wieder ans Tageslicht gezogen. Kein offizieller Ableger, vielmehr einer, der in den 80er Jahren vom Oppositionellen Martin Böttger ersonnen und „Bürokratopoly“ getauft wurde. Geld spielte dabei keine Rolle, es ging um Macht, den Aufstieg im Arbeiter- und Bauernstaat, samt Wahlbetrug und Kungelei. Wiederentdeckt hat das Spiel Michael Geithner und Martin Thiele vom Blog „Nachgemacht“, sie sammeln Spielkopien aus der DDR. Und das Berliner DDR-Museum in der Karl-Liebknecht-Straße 1hat es als Neuauflage herausgebracht, zur Auflockerung des Geschichtsunterrichts. Das sollte belohnt werden. Vielleicht mit der Schlossallee?

www.buerokratopoly.de

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