Briefmarken versteigert : Audreys Marke brachte 430.000 Euro - vor fünf Jahren

"Mr. X" ersteigerte vor fünf Jahren die Audrey-Hepburn-Briefmarken bei der Auktion im Adlon - dabei wollte er eigentlich gar nicht mitbieten. Die 430.000 Euro Erlös sollten Kindern zugute kommen. Was Elisabeth Binder darüber schrieb.

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Markenqualität. Der Erlös aus der Auktion geht an zwei Kinder-Hilfswerke. Foto: dpa Foto: dpa
Markenqualität. Der Erlös aus der Auktion geht an zwei Kinder-Hilfswerke. Foto: dpaFoto: dpa

Nach zehn Minuten war alles vorbei. Für 430 000 Euro kam der berühmte Bogen mit zehn Audrey-Hepburn-Briefmarken, eines der wertvollsten Objekte der modernen Philatelie, unter den Hammer. Im Ballsaal des Adlon hatten sich aus Anlass dieser außergewöhnlichen Auktion am Samstagabend rund 150 Briefmarkenfreunde versammelt. Der neue Besitzer musste danach erstmal Luft schnappen gehen. Er sei zunächst als interessierter Zuschauer gekommen, sagte er bei der anschließenden Gala im Adlon Palais. Moderatorin Nina Ruge sprach ihn mit Mr. X an, denn er wollte seine Identität nicht öffentlich machen, obwohl er vielen Sammlern im Saal und vor allem auch dem Auktionatorenehepaar Andreas und Elisabeth Schlegel gut bekannt ist. Die Briefmarkenfreunde ehrten ihn mit einer stehenden Ovation.

Zwei Drittel des Erlöses gehen an den Audrey Hepburn Children’s Fund, ein Drittel an Unicef. Der gute Zweck hatte bei Mr. X offenbar den Ausschlag gegeben. „Wenn man durch eine Sache das Schicksal von Kindern verbessern kann, ist das doch einzigartig“, sagte er. Sean Hepburn Ferrer, der Sohn der Schauspiel-Ikone, hatte das alles organisiert und eigentlich auf 500 000 Euro gehofft. Wenn man den aufgedruckten Wert der Marken bedenke, sei das Ergebnis aber doch in Ordnung, sagte er. Rund 16 Millionen Marken im Wert von 1,60 DM waren 2001 eingestampft worden, weil er seine Genehmigung verweigert hatte. Von den drei übrig gebliebenen Bögen lagern die anderen zwei in Archiven. Im Gepäck hatte Ferrer zudem Ballettschuhe seiner Mutter, die ebenfalls versteigert werden sollten. Für normale Sammler sei das Adlon normalerweise von Hemmschwellen umgeben, wusste Philatelie-Experte Wolfgang Jakubek, der selbst schon drei Blaue Mauritius unter dem Hammer hatte. Der Zauber Audrey Hepburns wirkt eben immer noch und auch in Sammler-Herzen hinein. Bi

Der Beitrag erscheint in unserer Rubrik "Vor fünf Jahren"

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