Berlin : Britisch wohnen am Volkspark Friedrichshain

Baubeginn für „Prenzlauer Gärten“ mit familiengerechten Townhouses nach Londoner Art

Cay Dobberke

Gegenüber vom Märchenbrunnen im Volkspark Friedrichshain hat am Dienstag das derzeit größte Wohnungsbauvorhaben in Berlin begonnen: Senatsbaudirektor Hans Stimmann und Investorenvertreter starteten mit einem symbolischen Spatenstich den Bau der „Prenzlauer Gärten“. Das Quartier entsteht auf dem Gelände der einstigen Weißbierbrauerei Schneider. 60 Einfamilienhäuser und 49 Eigentumswohnungen sind vor allem für Familien gedacht.

Rund 38 Millionen Euro will eine Projektgesellschaft bis Ende 2006 investieren. Hinter der Gesellschaft stehen die Bremer Asset-Firmengruppe und die Berliner Projektentwicklungsfirma Artprojekt. In den „Prenzlauer Gärten“ soll der erste Bauabschnitt mit 14 so genannten Townhouses, 15 Wohnungen und einer Tiefgarage im Frühsommer 2006 fertig sein. Fast ein Drittel der Gesamtanlage ist bereits „platziert“, das heißt, es gibt schon Kaufverträge oder Notartermine.

Das architektonische Vorbild sind britische Townhouses. Architekt Stephan Höhne sagt, sein Büro habe sich „an vergleichbaren Siedlungen in London orientiert“. Dies bedeutet unter anderem, dass sich die Fassaden und Eingänge der drei- bis vierstöckigen Häuser weitgehend gleichen. Hinter den Gebäuden liegen private Gärten. Die Bauherren sprechen von einem „Großstadt-Paradies für Kinder“ und wollen besonders Familien aus Prenzlauer Berg anlocken. Im Bezirk gebe es schließlich „zurzeit die höchste Geburtenquote Deutschlands“, sagte Ingo Damaschke von der Projektgesellschaft. Das Quartier erhält einen eigenen Spielplatz und eine Spielstraße, die auch zur Erschließung dient. Geplant ist außerdem eine Kindertagesstätte. Sie wird voraussichtlich privat betrieben, weil das Bezirksamt Pankow die Kosten nicht übernehmen will.

Die Townhouses werden je 110 bis 280 Quadratmeter Wohnfläche haben. Die Preise reichen von 280 000 bis 640 000 Euro inklusive Garagenplätzen. Einen „außergewöhnlich luxuriösen“ Eindruck sollen große Loggien und die 3,70 Meter hohen Wohnzimmer machen.

Gerne werben die Investoren zudem mit der „ruhigen und trotzdem urbanen“ Umgebung. Außer dem Volkspark liegen unter anderem die Cafés und Läden im Bötzowviertel und das Kino „Filmtheater am Friedrichshain“ in der Nähe. Senatsbaudirektor Stimmann verspricht sich viel von familienfreundlichen, innerstädtischen Quartieren für Haus- und Wohnungskäufer: Diese Wohnform könne die Abwanderungen ins Umland bremsen.

Informationen im Internet:

www.prenzlauer-gaerten.de

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