Berlin : Britische Botschaft: Der Union Jack weht: Die Vertretung Ihrer Majestät ist komplett

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Seit gestern weht der Union Jack, ergänzt durch die traditionellen diplomatischen Insignien, vor der neuen britischen Botschaft in der Wilhelmstraße, um aller Welt kund zu tun: Seht her, nun sind wir wirklich hier. Am 18. Juli hatte zwar Queen Elisabeth das bonbonfarbene, leicht futuristisch anmutende Gebäude neben dem "Adlon" in Augenschein genommen, wohlwollend beurteilt und offiziell eröffnet (was dazu führte, dass fortan viele Sehleute mit und ohne Fotoapparat die diplomatische Außenstelle Ihrer Majestät zum Event erklärt hatten) - gearbeitet wurde in dem Haus jedoch noch nicht, da zahlreiche Innenräume erst hergerichtet und mit technischen Details ausstaffiert werden mussten.

Nun aber ist die Besatzung um Botschafter Sir Paul Lever komplett von ihrem Haus Unter den Linden ins neue Haus gezogen, an einen Ort übrigens, auf dem seit 1884 die alte, im letzten Krieg schwer von Bomben getroffene britische Botschaft stand. In der Wilhelmstraße 70, gegenüber einem Haus des Deutschen Bundestages, arbeiten 130 Mitarbeiter der Botschaft, Sir Paul Lever blickt von seinem Zimmer im fünften Stock auf das Dach des Wintergartens. Im Innenhof - von der Straße aus durch starke Stahlgitter erkennbar - steht eine britische Eiche aus einer Hamburger Baumschule, und im Hof fand man auch einen Kompromiss für eine Unterlassung: Architekt Michael Wilford hatte an der Vorderfront nur eine Fahnenstange vorgesehen, die wie eine Nadel aus dem Gebäude herausschießt. Üblich ist es jedoch, vor Botschaften neben der Landesfahne auch die blaue Europafahne mit dem Sternenkranz flattern zu lassen. Da die Architektur keine zweite Fahnenstange am Haus gestattete, hängt die Europafahne nun neben dem Union Jack im Innenhof.

Am 18. November veranstaltet die Botschaft einen Tag der offenen Tür. Von zehn bis 18 Uhr geht es durchs "bunte Haus" - inklusive Blick ins Büro des Botschafters.

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