Britische Botschaft : Evakuierung wegen Bombendrohung

Die britische Botschaft in Berlin-Mitte ist zeitweise aufgrund einer Bombendrohung evakuiert worden. Laut Polizei war eine E-Mail eingegangen, die von den Angestellten als bedrohlich eingestuft wurde.

Berlin - Nach Polizeiangaben verließen am Vormittag alle Mitarbeiter für knapp eine Stunde das Gebäude an der Wilhelmstraße. Zu Hilfe gerufene deutsche Sicherheitskräfte durchsuchten die diplomatische Vertretung, gaben aber Entwarnung. Wie ein Sprecher der Polizei sagte, wurde die Evakuierung bereits kurz nach 10 Uhr wieder aufgehoben.

Es habe sich um eine Bombendrohung gehandelt, sagte ein Polizeisprecher. Nähere Angaben machte er nicht. Die kontaktierte deutsche Polizei schätzte die Lage jedoch als nicht gefährlich ein. Die Botschaft selbst ließ über eine Sprecherin erklären: "Zu Sicherheitsfragen der Botschaft geben wir keine Auskunft." Das Auswärtige Amt wurde nach eigenen Angaben über den Vorfall informiert.

Über die Räumung der Botschaft war auch das benachbarte Hotel Adlon in Kenntnis gesetzt worden. Wie Sprecherin Sabina Held sagte, habe man jedoch von einer Evakuierung des eigenen Hauses abgesehen und stattdessen nur alle an der Wilhelmstraße gelegenen Türen verriegelt. Auch diese Sperrung wurde laut Held nach kurzer Zeit wieder aufgehoben.

Gewerkschaft der Polizei warnt vor Stellenabbau

Im Zusammenhang mit der Bombendrohung warnte die Gewerkschaft der Polizei (GdP) vor einem Unterschätzen der Gefahrenlage in Berlin. "Die Polizei ist schon nicht mehr in der Lage, mit nur noch rund 1200 Polizeiangestellten im Objektschutz alle gefährdeten Objekte in Berlin umfassend zu schützen", sagte Landeschef Eberhard Schöneberg. Er kritisierte "eine Vorgabe des Senats, nach der diese Zahl auf 900 reduziert werden soll". Weiterhin beklagte die Gewerkschaft das Aufkommen von 150.000 nicht entlohnten Überstunden bei im Objektschutz tätigen Kollegen.

Unterdessen forderte der Berliner Europaabgeordnete Roland Gewalt (CDU) mit Blick auf die jüngsten Terroranschläge in Algier "eine rasche Überprüfung der Sicherheitsstruktur für französische Einrichtungen in der Hauptstadt". Die Sorge des französischen Innenministers ist aus seiner Sicht berechtigt, da Frankreich jetzt einer erhöhten Terrorgefahr ausgesetzt sei. (Von Torsten Hilscher, ddp)

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