Berlin : Brückenschlag über den Landwehrkanal

Neue Fußgängerverbindung zwischen Potsdamer Platz und dem geplanten Park am Gleisdreieck 2008 fertig

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Bei der Schiffsfahrt auf dem Landwehrkanal werden die Passagiere von Ausflugsdampfern wahrscheinlich ab 2008 eine Brücke mehr zählen können. Im kommenden Jahr beginnen die Bauarbeiten für eine neue Fußgängerverbindung, die den geplanten Park am Gleisdreieck mit dem Stadtviertel am Potsdamer Platz verbindet. Die Entwürfe dafür stammen vom Berliner Architekturbüro von Max Dudler, der sich jetzt bei einem Wettbewerb durchsetzen konnte.

Die Baukosten belaufen sich auf 1,25 Millionen Euro. Das Geld stellen die Bauherren vom Potsdamer Platz (unter anderem Daimler-Chrysler und Sony), die damit ihrer Verpflichtung nachkommen, Ausgleichsmaßnahmen für das bebaute Areal zu finanzieren. Aus diesem Topf soll auch der Bau des Parks am Gleisdreieck bezahlt werden.

Senatsbaudirektor Hans Stimmann verteidigte die Entscheidung, die neue Brücke in unmittelbarer Nähe zu zwei anderen Brücken (der Marshall-Brücke am Debis-Hochhaus und der Köthener Brücke am U-Bahnhof Mendelssohn-Bartholdy- Park) zu errichten: „Es kann gar nicht genug Brücken in der Stadt geben.“ Die neue Brücke solle nicht einfach nur eine Verbindung sein, sondern „auch eine Aufenthaltsqualität haben“, sagte Stimmann. Das dürfte in Anbetracht des starken Verkehrs auf beiden Seiten des Kanalufers allerdings schwer zu bewerkstelligen sein.

Der Clou der schlanken Brücke: Das Tragwerk, das die Konstruktion hält, ist unter einer Sitzbank versteckt, die sich mitsamt der Brücke über den gesamten Kanal spannt. Dudler verwendet die erhaltenen Widerlager einer ehemaligen Eisenbahnbrücke zum einstigen Potsdamer Bahnhof und ergänzt die Konstruktion mit zwei „Stadtbalkonen“ auf den beiden Uferseiten. Mit dem Neubau der Brücke geht auch eine Gestaltung der bis heute eher unwirtlichen Uferbereiche einher.

Das Ergebnis dieses Wettbewerbs ist das letzte, das Stimmann in seiner Funktion als Senatsbaudirektor vorgestellt hat. oew

Alle Entwürfe sind vom 8. bis 17. November in einer Ausstellung im Deutschen Architektur Zentrum, Köpenicker Str. 48/49 (Mitte) zu sehen – tgl. von 12 bis 19 Uhr.

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