Bruni, Wader und Frei.Wild : Wirbel um den Echo-Musikpreis

Hannes Wader erhält für sein Lebenswerk den Musikpreis Echo. Bei der Preisverleihung am Donnerstag werden allerdings zwei andere Themen dominieren - unter anderem das Loblied Carla Brunis für ihren Mann.

Wader erhält für sein Lebenswerk den Eche-Musikpreis. Sein bekanntestes Stück „Heute hier, morgen dort“ erschien 1972 auf seinem Album „7 Lieder“.
Wader erhält für sein Lebenswerk den Eche-Musikpreis. Sein bekanntestes Stück „Heute hier, morgen dort“ erschien 1972 auf seinem...Foto: dpa

Der Liedermacher Hannes Wader erhält für sein Lebenswerk einen Echo-Musikpreis. Der 70-Jährige werde bei der Verleihung des wichtigsten deutschen Musikpreises am Donnerstag in Berlin zusammen mit den Toten Hosen seinen Klassiker „Heute hier, morgen dort“ spielen, kündigte die Deutsche Phono-Akademie am Mittwoch in der Hauptstadt an. Die Akademie würdigte den 70-jährigen Wader als einen „großen Liedermacher, der die Entwicklung des deutschsprachigen Liedes seit den 60er Jahren nachhaltig und beispielhaft geprägt hat“.

Auch sonst war selten so viel Wirbel um den Echo: Zuerst die Nationalismus-Vorwürfe gegen die Band Frei.Wild aus Südtirol. Und dann die Ankündigung, die ehemalige französische First Lady Carla Bruni werde den Galaabend am Donnerstag mit einem Lied bereichern, das angeblich ihrem Mann Nicolas Sarkozy gewidmet ist.

Bei der Preisvergabe könnte es dagegen eintönig werden: An den Toten Hosen und Rapper Cro ist in diesem Jahr nur schwer vorbei zu kommen, die Altrocker und der Aufsteiger sind die Top-Favoriten. Zum Feld der Nominierten gehört auch der zum Rocker gewandelte Volksmusiker Heino. Der seit 1992 verliehene Echo möchte gerne sein, was die Brit Awards in Großbritannien und die Grammys in den USA schon sind: Eine Preisverleihung der Musikbranche, die das ganze Geschäft im strahlenden Glanz erscheinen lässt. Das öffentliche Interesse am deutschen Echo war zuletzt allerdings eher mäßig, im vergangenen Jahr schauten nur noch 2,5 Millionen Menschen und damit etwa eine Million weniger als in den beiden Vorjahren zu.

Prominente bei der Echo-Verleihung 2013
Gipfeltreffen der Musikstars: Zur Verleihung des Musikpreises Echo kommen Bands und Solisten aus aller Welt nach Berlin. Unter dem Funkturm werden Stars wie die Chansonsängerin und Ehefrau des französischen Ex-Präsidenten Nicolas Sarkozy, Carla Bruni, zu sehen sein.Weitere Bilder anzeigen
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20.03.2013 17:39Gipfeltreffen der Musikstars: Zur Verleihung des Musikpreises Echo kommen Bands und Solisten aus aller Welt nach Berlin. Unter dem...

Vielleicht hat ja der Wirbel um Frei.Wild zumindest den Effekt, dass sich wieder mehr Menschen für die in diesem Jahr in Berlin von Volksmusik-Star Helene Fischer moderierten Gala interessieren. Frei.Wild stand wegen ihrer sehr guten Verkaufszahlen auf der Nominierungsliste des Echo. Die ebenfalls nominierten Bands Kraftklub und MIA. kündigten deshalb ihren Verzicht an und provozierten so die Echo-Veranstalter dazu, Frei.Wild wieder auszuladen.

Der Vorwurf gegen die Südtiroler lautet, sie verherrlichten Nationalismus und hätten braune Tendenzen. Das bestreitet die Rockband. Die Echo-Verantwortlichen wollen als Folge des Streits nun überdenken, ob die reinen Verkaufszahlen als Grund für eine Nominierung weiter ausreichen. Diese Zahlen sind allerdings in fast allen der 27 Kategorien ausschlaggebend für die Verleihung der Preise. Für die Toten Hosen, die mit „Tage wie diese“ so erfolgreich wurden wie selten in ihrer langen Geschichte, führten die vielen verkauften CDs zu sieben Nominierungen. Der stets mit einer Panda-Maske auftretende Rapper Cro schaffte es nach seinem rasanten Aufstieg immerhin auf sechs Nominierungen - damit sind beide deutlich favorisiert.

Mit im Rennen sind andere bekannte Branchenvertreter wie Die Ärzte, Unheilig, Peter Maffay oder Lena Meyer-Landrut. Nachdem in der über 20-jährigen Preisgeschichte Weltstars wie Robbie Williams, U2, Depeche Mode, Meat Loaf oder R.E.M. bei den Echos auftraten, bekommt diesmal Carla Bruni die große Showbühne. Bruni macht Werbung für ihr Ende des Monats erscheinendes Album „Little French Songs“. Das sorgt in Frankreich besonders deshalb für Wirbel, weil ihr als Präsident abgewählter Mann Nicolas Sarkozy gerade in den Umfragen eine Renaissance erlebt und sein Nachfolger Francoise Hollande im Stimmungstief steckt. Auf ihrem Album verspottet Bruni Hollande als Pinguin - ihren eigenen Mann preist sie dagegen mit dem Lied „Mon Raymond“.

Dieses Lied wird sie auch vorstellen. Ob die Chanson-Sängerin wohl viel mit der großen musikalischen Breite der Echo-Künstler anfangen kann? Immerhin sind die erfolgreichsten Künstler der Echo-Geschichte die Kastelruther Spatzen. Diese gewannen den Preis bereits dreizehn Mal und sind nun ein weiteres Mal nominiert. Und auch Heino darf hoffen. Nachdem seine Cover-Versionen bekannter Rocknummern zu Jahresbeginn zum Verkaufshit wurden, sprang der blonde Volksmusiker mit der Sonnenbrille noch kurzfristig auf die Nominierungsliste - in der Kategorie Rock/Pop National. (AFP)

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