Berlin : BRUNNENSTRASSE

Die nahe Mitte, ein kleiner Park und ein paar Hausbesetzer: Auf der Brunnenstraße schien die Welt lange noch wie zu Nachwendezeiten. Andreas Koch, eigentlich Künstler, betätigte sich hier erstaunlich früh als Galerist. Erst am Ende des Projektraums Koch & Kesslau 2004 kam jene Garde, die die Brunnenstraße für alle sichtbar machte: Jan Winkelmann, Klara Wallner, 401contemporary. Fleißig arbeitete man sich bergan nach Wedding vor, den äußersten Ring markiert seit 2007 die Galerie Oqbo in den Räumen eines ehemaligen Supermarkts. Für andere war die Brunnenstraße in Mitte-Nord ein Durchgangsort, für Winkelmann ein einmaliges Experiment. Übrig blieben Galerien wie Klemm’s und natürlich KOW im trashigen Haus von Arno Brandlhuber. Stephan Kallage und Ingo Gerken vom „West Germany“ wurde es dennoch zu schick: Genervt von den zuziehenden Boutiquen und Latte-Bars nahmen sie die U8 bis zum Kottbusser Tor und verlagerten ihren Aktionsraum 2010 nach Kreuzberg.

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