Berlin : BSE und die Folgen: Spandauer Wurstwerk wird geschlossen

Der Fleisch- und Wurstwarenfabrikant Könecke will sein Berliner Werk schließen. Als Grund werden Umsatzeinbrüche genannt, die auf die BSE-Krise zurückgeführt werden. "Zur Erhaltung der anderen Arbeitsplätze war es nötig, die schwierige Entscheidung zu treffen, den Standort dicht zu machen", sagte Unternehmenssprecher Ulrich Plönissen am gestrigen Donnerstag. Das Werk in Spandau ist das kleinste von vier Werken der Könecke-Redlefsen Gruppe, deren Sitz sich in Bremen befindet. Trotz der Umsatzeinbrüche sollen die 61 Beschäftigten des Betriebs am Wiesendamm nicht entlassen werden. Ihnen sind Arbeitsplätze in den anderen Unternehmen der Könecke-Redlefsen Gruppe angeboten worden. Wie sich die Beschäftigten entscheiden, war nicht zu erfahren.

Das Berliner Werk sei in besonderem Maße von Rückgängen beim Umsatz durch die BSE-Krise betroffen, sagte Plönissen. In Berlin werde vor allem Rohware für die Frischfleischtheken des Einzelhandels produziert. In den drei anderen Werken in Bremen, Delmenhorst und Satrup bei Flensburg wird nach Angaben von Plönissen vor allem Selbstbedienungs-Ware wie Tiefkühlkost und Bockwürste in der Dose für große Handelsketten hergestellt.

Insgesamt lägen die Umsatzeinbrüche durch BSE in der gesamten Unternehmensgruppe bei mindestens 30 Prozent, teilte Plönissen weiter mit. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten bezweifelt allerdings, dass die BSE-Krise der wirkliche Grund für die Schließung ist. Sie verweist darauf, dass das Spandauer Könecke-Werk schon einmal kurz vor dem Aus stand.

Die Könecke-Redlefsen-Gruppe produziert eigenen Angaben zufolge mit ungefähr 1500 Beschäftigten im Jahr 62 000 Tonnen Fleisch- und Wurstwaren. Der Umsatz wird von der Unternehmensleitung auf rund eine halbe Milliarde Mark beziffert. Den größten Teil erwirtschaftet die Spandauer Karl Könecke Fleischwarenfabrik.

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