Berlin : BSE: Verdächtiges Fleisch auch in Berlin

hg

Die Folgen der in Bayern schlampig durchgeführten BSE-Tests sind nun auch in Berlin zu spüren. Die bayerische Firma Südfleisch lieferte in den Monaten Juli, August und September des vergangenen Jahres 116 Tonnen an drei Berliner Betriebe, wie gestern aus der Senatsverwaltung für Gesundheit zu erfahren war. "18 Tonnen dieses Fleisches stammte von Rindern, die über 18 Monate alt waren", sagt Roswitha Steinbrenner, Sprecherin der Senatsverwaltung für Gesundheit. Das Fleisch wurde im Nachhinein vom Bundesministerium für Verbraucherschutz als nicht verkehrsfähig eingestuft - was dem Verbraucher allerdings nichts mehr nutzt. Denn es ist davon auszugehen, dass das Fleisch längst aufgegessen wurde. Nach den bisherigen Ermittlungen gelangten die 18 Tonnen teils nach Brandenburg, teils in Berliner Restaurants und in den Einzelhandel. "Das wäre ein starkes Stück", sagt Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes des Einzelhandels Berlin, dem bisher von diesen Fällen nichts bekannt war.

Auch Bundeswehreinrichtungen seien betroffen. "Das Fleisch, das unsere Truppenküche beliefert, ist zertifiziert", sagt Oberstleutnant Pape. Auch Oberfeldapothekerin Pia Brandenburger, zuständig für die gesamten Bundeswehr, bestätigt dies: "Wir haben eine eigene Überwachung mittels Stichproben. Bisher hatten wir keinen positiven Fall."

Derzeit ermitteln die zuständigen Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsämter. "Die Beamten sitzen über kilometerlangen Listen", sagt Steinbrenner. Hinzukommt, dass "die Zuarbeiten aus Bayern sehr schleppend verliefen". Ob das Fleisch in Form von Wurst oder Tütensuppen weiter verarbeitet wurde, lässt sich nicht mehr rekonstruieren.

Als Reaktion auf die schlampigen Tests aus Privatlaboren will man in Brandenburg in Zukunft BSE-Tests ausschließlich in staatlichen Laboren durchführen lassen.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar