Berlin : BUDDHAS WEGE

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Die Schulen, Lehrmeinungen und Meditationsformen im Buddhismus sind ein schwer überschaubarer Kosmos. Allen gemeinsam ist die Verehrung des Buddha (Der Erleuchtete), der als Prinz Siddharta Gautama im 6. Jahrhundert vor Christus am Fuße des Himalaya lebte. Buddha lehrte, dem Leiden der Welt zu entkommen, indem man seine Ursachen, die Vorstellungen von Alter, Tod, Krankheit oder Begierde, in sich auflöst. Ziel ist, vom Rad der Wiedergeburten erlöst, ins Nirwana einzutauchen, eine Art vollkommener NichtExistenz. Vorher häuft jede Menschenseele durch ihre guten oder bösen Taten ein Karma an, das ihr Leben nach der Wiedergeburt bestimmt. Erst wenn das Karma, also die Anhäufung der Taten, abgebaut ist, kann die Seele im Nirwana erlöst werden.

Grundsätzlich werden drei große Strömungen des Buddhismus unterschieden: Theravada (Alter Weg – Sri Lanka, Thailand), Mahayana (Großer Weg – China, Korea, Japan) und Vajrayana (Diamantweg – Tibet, Nepal). Zum Großen Weg gehört auch der Zen-Buddhismus, der die Meditation in den Vordergrund rückt und angelerntes Wissen als störenden Ballast betrachtet. Auf dem Diamantweg geht es farbenfroher und mystischer zu als bei den älteren Strömungen. Es gibt phantasievolle Buddha-Figuren und Tantras, magische Sätze oder Silben, die man immer wiederholt. Zum Diamantweg gehört auch der Lamaismus in Tibet.

In Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren die tibetische Karma-Kagyü-Schule ausgebreitet, angeleitet vom Dänen Ole Nydahl. Nydahl hatte den 16. Karmapa, das geistliche Oberhaupt der Kagyü-Schule, 1968 auf seiner Hochzeitsreise in Nepal kennen gelernt. Inzwischen tourt er als Lama (Lehrer und Mönch) durch ganz Europa. Der 16. Karmapa ist inzwischen tot und seine Seele weitergewandert. Nur ist bis heute nicht geklärt, wohin. Es gibt zwei anerkannte 17. Karmapas. Deshalb ist die Karma-Kagyü-Schule seit einigen Jahren gespalten. loy

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