Buden gehen baden : Hostel-Projekt im Prinzenbad vor dem Aus

Keine Wohnwürfel im Schwimmbad: Der Bezirk kippt das Hostel-Projekt am Prinzenbad. Spätestens am 11. Juni sollen alle Becken offen sein.

Sebastian Scholz
Die Boxen im Prinzenbad: Hinten die U-Bahn, vorn das Schwimmbecken
Die Boxen im Prinzenbad: Hinten die U-Bahn, vorn das SchwimmbeckenFoto: dapd

Die Sonne scheint, der Schweiß perlt, und mit den Temperaturen steigt auch wieder der Drang, den erhitzten Körper in kühlem Wasser zu erfrischen.

In immer mehr Berliner Schwimmbädern kann man dies tun, wer aber darauf spekuliert hatte, im Schwimmbad auch gleich zu übernachten, hat sich zu früh gefreut: Für das Hostel-Projekt im Kreuzberger Prinzenbad nämlich beginnt der Start in den Sommer mit einer schlechten Nachricht. Dabei klang das Angebot so verlockend: günstige Übernachtungen in modernen Hotelzimmern mitten im Grünen inklusive Poolanschluss. Doch nun bekam das Projekt der Firma Scube-Parks, die 40 Holzhütten, genannt „cubes“, im Prinzenbad aufstellen wollte, einen Dämpfer. Denn für die 2,80 mal 2,80 Meter großen Würfel, die aus dem Sommerbad ein Freilufthostel für Touristen machen sollten, gibt es keine Genehmigung vom Bauamt Friedrichshain-Kreuzberg. Lediglich fünf „Scubes“, die dank einer Sondergenehmigung im Prinzenbad stehen, werden nun am 1. Juni eröffnet und vermietet.

Auch die Bezirksverordneten wollen keine Holzwürfel auf der Liegewiese des Prinzenbades, das spätestens seit dem Kinofilm „Prinzessinnenbad“ Kultstatus genießt. In einem Votum stimmten sie einstimmig gegen das 40-Hütten-Projekt. „Weniger Grünflächen zum Erholen gegen mehr Ferienwohnungen sind ein schlechter Tausch“, sagt Bezirksbürgermeister Frank Schulz (Grüne). Zudem entspreche die Nutzung mit den Wohnwürfeln einem Beherbergungsbetrieb, der dort nicht genehmigungsfähig sei.

Bei Scube-Parks zeigt man sich enttäuscht. Dass für die restlichen Wohnwürfel ein Bauantrag nötig sei, habe man bei Vertragsabschluss nicht gewusst, sagt Geschäftsführerin Tanja Rathmann. Der Antrag wurde nun nachträglich eingereicht, ein Ergebnis wird in rund drei Wochen erwartet.

Ansonsten aber herrscht frühsommerliche Schwimmbad-Routine: Ostern waren schon das Strandbad Wannsee und die Freibäder Jungerfernheide und Lübbenau in die Saison gestartet, nun sind auch Sommerbäder wie die Anlagen am Olympiastadion und an der Seestraße offen. Auch in den Kombibädern Spandau-Süd und Mariendorf kann bereits der Sprung ins Wasser gewagt werden. Insgesamt sind jedoch erst die Hälfte der Frei- und Sommerbäder geöffnet. Der Rest werde je nach Wetterlage bis spätestens zum 11. Juni nachziehen, versichert Klaus Lipinsky, Vorstand der Berliner Bäder-Betriebe. Dafür blieben 16 Schwimmhallen bis zu diesem Datum in Betrieb.

Auch ein Blick auf die Temperatur der Naturgewässer stimmt optimistisch: An der Havel in Höhe Pfaueninsel und Schildhorn liegt die Temperatur bei 18 Grad, der Wannsee erreicht schon 19 Grad und im Müggelsee ist das Wasser schon bis zu 20 Grad warm – Tendenz steigend.

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