Berlin : Bürger streiten über Bürgersteige

Pläne für Umbau der Kastanienallee in Prenzlauer Berg liegen aus

Pleiten, Baulärm, „zweites Baden-Württemberg“ – es sind deutliche Worte, die Anwohner für den geplanten Umbau der Kastanienallee in Prenzlauer Berg finden. Erste Ideen des Bezirksamts für die Sanierung der Straße, die neue Fahrbahnen und Bürgersteige erhalten und insgesamt verkehrssicherer soll, stießen auf strikte Ablehnung. Jetzt hat das Amt nachgebessert – nach Meinung vieler Bewohner aber nicht genug.

Denn die Hauptkritikpunkte – zu schmale Gehwege und zu wenige Parkplätze – blieben bei der Überarbeitung unberührt. Bislang müssen sich Fahrräder, Autos und Straßenbahn den Platz auf der Fahrbahn teilen, was immer wieder zu gefährlichen Situationen führte.  Außerdem sind die Gehwege zum Teil marode, was Behinderten und Senioren schwer zu schaffen macht. Auch ein barrierefreier Ein- und Ausstieg in die Straßenbahn zwischen am Straßenrand parkenden Autos ist nahezu unmöglich.

Eine Sanierung scheint wohl unausweichlich. Doch Anwohner fürchten nicht nur um den morbiden Charme der Kastanienallee, sondern auch jahrelange Belästigungen durch Bearbeiten, daraus folgende Pleiten von Kneipen und Läden. Außerdem bezweifeln sie, dass sich die Verkehrssicherheit erhöht. „Hier werden Tram und Autos zum Rasen animiert“, kritisiert die Vorsitzende der Bürgerinitiative Kastanienallee, Michaela Hartmann und verweist auf die breiter werdende Fahrbahn. Die BVG will obendrein die Straßenbahnstrecke  mit Millionenaufwand sanieren.

Wer sich für die Umbau der Kastanienallee interessiert, kann sich die Pläne noch bis 20. Februar im S.T.E.R.N-Planungsbüro in der Schwedter Straße 263 ansehen (montags bis freitags 10 bis 18 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr). Bis zu diesem Tag können die Anwohner auch schriftliche Einwendungen gegen das Vorhaben einreichen – allerdings beim Bezirksamt, wo die Pläne ebenfalls zu sehen sind. Spätestens Ende Juni sollen die fertigen Pläne der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung vorgelegt werden. Baubeginn ist frühestens im September 2010. Noch viel Zeit für die Gegner des Projektes. nal

Die Pläne im Internet unter

www.berlin.de/ba-pankow/verwaltung/tiefbau/planung.html

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