Berlin : Bürger wollen Bibliothek retten

Initiative zur Erhaltung der Heinrich-Heine-Bücherei geplant

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Der Protest gegen die geplante Schließung der Heinrich-Heine-Bibliothek in Mitte formiert sich: Am kommenden Montagabend will sich zum ersten Mal eine „Bürgerinitiative zur Erhaltung der Bibliotheken“ treffen, um den Widerstand gegen die zum Jahresende drohende Schließung von Erwachsenen- und Kinderbibliothek zu organisieren und Alternativen zu suchen.

Die Schließung der Bibliothek in der Köpenicker Straße ist Teil eines vom Bezirksamt im Juli beschlossenen Sparpaketes. Wahrscheinlich Ende Oktober werden die Bezirksverordneten über das Vorhaben entscheiden, mit dem der Bezirk vier Stellen und knapp 70 000 Euro Jahresmiete sparen will. Die Bürgerinitiative bezeichnet den Plan als „reinen Zynismus angesichts der Pisa-Debatte“. Vor der entscheidenden Sitzung will sie Bezirksbürgermeister Joachim Zeller (CDU) eine Liste gesammelter Unterschriften gegen die Schließung überreichen.

Nach Auskunft von Mitgründerin Annekatrin Thyrolf hat die Initiative bereits einen Brief an die Wohnungsbaugesellschaft geschrieben und um Mietnachlass für die Bibliothek in der Köpenicker Straße 101 gebeten. Eine Antwort stehe noch aus. Parallel dazu werde ein Ausweichquartier gesucht. Thyrolf hofft auf frei werdende bezirkseigene Räume in der nahen Schmidstraße. Der vom Bezirk versprochene neue Kinder- und Jugendbücherbus sei dagegen keine akzeptable Alternative: „Das finden wir nachkriegsmäßig. Außerdem ist die Kinderbibliothek mit Computern und Spielecke auch eine wichtige Begegnungsstätte für die Kinder – auch für die aus dem nahen Kreuzberg.“ Andere Anwohner warnen davor, gerade diese Bibliothek zu schließen, weil die behindertengerechte Einrichtung für viele ältere Bewohner des Viertels der einzige problemlos erreichbare kulturelle Ort sei. Auch der Bürgerverein Luisenstadt, der mit der Bibliothek Vorträge, Lesungen und Veranstaltungen organisiert, fürchtet um seine Existenz.

Im Büro von Bildungsstadträtin Dagmar Hänisch (SPD) hieß es gestern, dass wegen der Vielzahl der eingegangenen Proteste nun eine offizielle Antwort verfasst werde.obs

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