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Bürgerämter in Berlin : Computerpanne: Softwarefirma weist Schuld zurück

Eine Computerpanne legte in den vergangenen Tagen die Standesämter lahm. Die Herstellerfirma widerspricht der Vermutung, es habe an ihrer Software gelegen.

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Momentan müssen sich Hochzeitspaare gedulden.
Momentan müssen sich Hochzeitspaare gedulden.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Der Ausfall der Rechner in den Berliner Standesämtern lag nach Angaben der Herstellerfirma nicht am Software-Update. "Es war ein regulärer Hardwarefehler im Berliner IT-Dienstleistungszentrum", erklärte Günther Metzner vom Verlag für Standesamtswesen in Frankfurt am Main. "Das Sicherungsregister war weggebrochen." Die Berliner Innenverwaltung hatte am Donnerstag dagegen von einem Softwareproblem gesprochen. Nach dem Aufspielen des Updates der Standesamts-Software "Autista" sei das Betriebssystem ausgefallen. Metzner erklärte, das Update sei zum 1. November in allen Standesämtern Deutschlands aufgespielt worden. Nirgendwo habe es Probleme gegeben, bis auf Berlin.

Das System funktioniert inzwischen wieder

Konfrontiert mit den Aussagen Metzners erklärte eine Sprecherin der Innenverwaltung, man warte noch auf die abschließende Fehleranalyse des IT-Dienstleistungszentrums (ITDZ). Das System funktioniere inzwischen wieder einwandfrei. Die Berliner Bürgerämter sind also wieder voll arbeitsfähig.

Seit Anfang der Woche waren in den Standesämtern die Computer ausgefallen. Damit konnten keine Beurkundungen vorgenommen werden. Am Montag wurde das Update von Autista aufgespielt, am Dienstag streikten die Rechner. In dringenden Fällen konnten die Mitarbeiter der Standesämter auch handschriftlich tätig werden, aber "mit doppeltem zeitlichen Aufwand".

Die Bürgerämter haben nicht genügend Personal

Hinweise auf die technische Panne gab es nur in Einzelfällen. Das Standesamt Pankow verwies auf einen "extrem eingeschränkten Service", in Charlottenburg-Wilmersdorf wurden nur zwei Schließtage angekündigt, wegen Fortbildung und einer Personalversammlung.

Die Bürgerämter stehen seit Monaten unter Druck, weil sie wegen Personalmangel nicht genügend Termine anbieten können. Die letzte große Computerpanne war im August 2015. Damals legte ein Stromausfall im ITDZ viele Berliner Behörden lahm. Auch Feuerwehr und Polizei waren betroffen.

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